Kostenanstieg in Baden-Württemberg: Obstbauern schlagen Alarm

Teurer Sprit für die auf Feldern benötigten Maschinen belastet Obst- und Gemüsebauern. (Archivbild) | Foto: Jan Woitas/dpa
  • Teurer Sprit für die auf Feldern benötigten Maschinen belastet Obst- und Gemüsebauern. (Archivbild)
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Stuttgart. Steigende Energiepreise und höhere Löhne treiben die Kosten für Obst und Gemüse nach oben. In Baden Württemberg geraten viele Erzeugerbetriebe dadurch wirtschaftlich unter Druck.

Nach Angaben des Baden Württembergischen Genossenschaftsverbands treffen vor allem die Folgen der Energiekrise im Zuge des Iran Konflikts die Branche. Während die Produktionskosten stark steigen, lassen sich am Markt kaum höhere Preise durchsetzen. „Das ist toxisch“, sagte BWGV Präsident Ulrich Theileis bei der Vorstellung der Jahresbilanz.

Sprit und Mindestlohn treiben Kosten

Der deutlich teurere Kraftstoff belastet die Betriebe gleich mehrfach. Diesel wird für Traktoren und andere Landmaschinen benötigt. Gleichzeitig steigen die Kosten für den Transport von geerntetem Obst und Gemüse.

Nach Einschätzung des Verbands sind vor allem drei Faktoren entscheidend für den Kostendruck:

  • teurer Kraftstoff für Feldarbeit und Transport
  • steigende Löhne für Saisonarbeitskräfte
  • hohe Abhängigkeit von Handarbeit im Obst und Gemüsebau

Gerade in Obst, Gemüse und Weinbau machen Löhne laut Verband bis zu 60 Prozent der gesamten Produktionskosten aus. Viele Tätigkeiten können kaum automatisiert werden. Theileis fordert deshalb einen Abschlag beim Mindestlohn für meist ungelernte landwirtschaftliche Saisonkräfte.

Düngemittel könnten im Herbst teurer werden

Auch bei Düngemitteln drohen zusätzliche Belastungen. Bisher sei die Situation noch stabil. Viele Betriebe hätten ihre Lager bereits vor dem Ausbruch des Iran Konflikts gefüllt. Wenn im Herbst neue Ware gekauft werden müsse, könnten steigende Preise zum Problem werden.

Rückblick auf gutes Erntejahr

Trotz der aktuellen Sorgen blickt die Branche auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Die genossenschaftlichen Erzeugermärkte vermarkteten rund 411000 Tonnen Obst und Gemüse. Das entspricht einem Plus von knapp 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Auch der Umsatz legte zu. Er stieg um neun Prozent auf etwa 525 Millionen Euro. Nach Angaben des Verbands gab es im vergangenen Jahr kaum größere Ernteeinbußen durch Frost oder Unwetter. dpa/red

Autor:

Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern

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