Investitionsstopp bei Boehringer in Ingelheim: 900 Mio liegen auf Eis
- Die Musik spielt für Boehringer Ingelheim gerade jenseits von Deutschland, das wirkt sich nun darauf aus, in welche Regionen investiert wird. (Archivbild)
- Foto: Helmut Fricke/dpa
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Ingelheim. Beim Pharmakonzern Boehringer Ingelheim werden große Investitionspläne in Deutschland vorerst gestoppt. Das Unternehmen teilte am Mittwoch, 3. Juni, am Stammsitz in Ingelheim bei Mainz mit, dass geplante Ausgaben von rund 900 Millionen Euro für die Jahre 2027 bis 2030 nicht umgesetzt werden.
Die Mittel waren vor allem für den Ausbau der Infrastruktur an deutschen Standorten vorgesehen. Geplant waren unter anderem neue Laborgebäude und weitere Anlagen für Forschung und Entwicklung.
Unternehmen nennt schwierige Rahmenbedingungen
Als Gründe nennt Boehringer Ingelheim die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen in Deutschland. Dazu zählen auch geplante Sparmaßnahmen der Bundesregierung im Gesundheitswesen. Künftig sollen Arzneimittelhersteller den Krankenkassen höhere Rabatte gewähren.
Nach Einschätzung des Unternehmens erschwert das Investitionen in Forschung und Produktion im Inland.
Druck aus internationalen Märkten
Boehringer verweist zudem auf die stärkere Dynamik in anderen Regionen. Besonders in den USA und in Asien wachse der Wettbewerb. Gleichzeitig spiele die geopolitische Lage eine Rolle.
Der Konzern hatte wie andere Pharmaunternehmen eine Vereinbarung mit der US-Regierung getroffen. Ziel ist es, mögliche Zölle auf Medikamente zu vermeiden. Eine Bedingung dafür ist, stärker in Produktion und Forschung in den Vereinigten Staaten zu investieren.
Deutschlandchef Médard Schoenmaeckers sagte dem „Handelsblatt“. „Die nächste Innovation geht nach Lage der Dinge aktuell nicht nach Deutschland. Wir müssen Schritt halten mit der Entwicklung in den USA und Asien.“ dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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