ICE zwischen Ulm und Augsburg: Bahn plant Hochgeschwindigkeitsstrecke entlang der A8

Das Projekt zum Neubau der ICE-Strecke zwischen Augsburg und Ulm wird nun im Bundestag beraten. (Archivbild)  | Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Das Projekt zum Neubau der ICE-Strecke zwischen Augsburg und Ulm wird nun im Bundestag beraten. (Archivbild)
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Ulm / Augsburg. Für Bahnreisende zwischen Ulm und Augsburg könnte eine deutlich schnellere Verbindung entstehen. Am Donnerstag, 21. Mai, soll der Bundestag den nächsten Planungsschritt für eine neue ICE-Strecke zwischen beiden Städten freigeben.

Die Verbindung gehört zu den wichtigsten Bahnachsen in Süddeutschland. Künftig sollen Fernzüge nur noch rund 26 Minuten zwischen den Hauptbahnhöfen brauchen. Derzeit dauert die Fahrt mit dem ICE etwa 45 Minuten.

Trotz der Entscheidung aus Berlin bleiben zentrale Punkte offen. Vor allem der genaue Baustart, die Dauer der Arbeiten und die endgültigen Kosten sind noch unklar. Auch die Finanzierung ist bislang nicht gesichert.

Schnellere Verbindung und Entlastung der Strecke

Die Deutsche Bahn plant, die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke überwiegend neu zu bauen. Sie soll sich größtenteils am Verlauf der Autobahn A8 zwischen Stuttgart und München orientieren. Züge könnten dort mit bis zu 300 Kilometern pro Stunde fahren.

Ein wichtiges Ziel ist die Trennung von Fernverkehr und Regionalverkehr. Auf der bestehenden Strecke teilen sich derzeit ICE und Regionalzüge die gleichen Gleise. Das führt regelmäßig zu Engpässen auf der stark genutzten Verbindung.

Einige ICE-Züge sollen weiterhin über die alte Strecke fahren und in Günzburg halten. Damit bleibt die Stadt mit ihrem Legoland weiterhin an den Fernverkehr angebunden. Diese Züge würden zwischen Augsburg und Ulm etwa 40 Minuten benötigen.

Kosten könnten deutlich steigen

Nach der bisherigen Vorplanung rechnet die Bahn mit Kosten von rund 8,2 Milliarden Euro. Diese Berechnung stammt aus dem Jahr 2022.

Eine weitere Prognose der Infrastrukturtochter DB InfraGo geht jedoch bereits von rund 13,3 Milliarden Euro aus. Dabei sind mögliche Preissteigerungen im Verlauf großer Bauprojekte berücksichtigt.

Zusätzliche Forderungen aus der Region wurden größtenteils verworfen. Dazu gehörten weitere Haltepunkte oder zusätzliche Tunnel zum Lärmschutz. Nach Angaben der Bundesregierung hätten diese Vorschläge mehr als acht Milliarden Euro zusätzliche Kosten verursacht. Damit wäre das Nutzen Kosten Verhältnis des gesamten Projekts zu schlecht geworden.

Wichtige Strecke im europäischen Bahnnetz

Die rund 85 Kilometer lange Verbindung ist Teil einer internationalen Bahnachse von Paris über Stuttgart und München bis nach Wien und Budapest. Gleichzeitig gehört sie zu den meistbefahrenen Strecken in Süddeutschland.

Die bestehende Trasse ist rund 170 Jahre alt und stammt aus der Frühzeit des Eisenbahnbaus. Seit Jahrzehnten wird über einen Ausbau oder Neubau diskutiert. Seit 2019 untersucht die Bahn verschiedene Varianten.

Erster Zug erst in vielen Jahren

Selbst bei einer Zustimmung des Bundestages steht der Bau noch nicht unmittelbar bevor. Zunächst würde die Detailplanung beginnen. Wann tatsächlich gebaut wird, hängt vor allem von der Finanzierung ab.

Unabhängig davon plant die Deutsche Bahn eine umfassende Sanierung der alten Strecke für den Regionalverkehr. Diese Modernisierung war ursprünglich für 2030 vorgesehen. Inzwischen wurde sie auf das Jahr 2034 verschoben. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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