Fahrplan-Ärger am Bodensee: Schweizer Schiffe meiden Konstanz
- Konstanz ist seit dieser Saison vom Schweizer Fahrplan gestrichen. (Archivbild)
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Konstanz. Fahrgäste auf dem Bodensee müssen sich in dieser Saison auf Änderungen einstellen. Schweizer Ausflugsschiffe steuern den Hafen von Konstanz vorerst nicht mehr an. Hintergrund ist ein Streit zwischen deutschen und Schweizer Schifffahrtsunternehmen über Ticketgelder.
Die Schweizerische Bodensee Schifffahrt (SBS) hat Konstanz aus ihrem Fahrplan gestrichen. Nach Angaben des Unternehmens wurden auf Verbindungen zwischen Konstanz, Meersburg und der Insel Mainau wiederholt Tausende Passagiere mitgenommen, die nur ein Ticket der deutschen Bodensee Schifffahrtsbetriebe (BSB) hatten.
Nach Darstellung der SBS geschah das aus Kulanz. Eine finanzielle Entschädigung habe es jedoch nicht gegeben. SBS Chef Benno Gmür kritisierte, sein Unternehmen habe die Leistung erbracht, während die BSB die Einnahmen erhalten habe.
Streit um Tickets und neuen „Seepass“
Der Konflikt hat sich zuletzt weiter verschärft. In der internationalen Bodensee Schifffahrt gibt es bislang kein einheitliches Ticketsystem.
Zusätzlichen Zündstoff brachte ein neues Angebot der deutschen BSB gemeinsam mit den österreichischen Vorarlberg Lines. Beide führten einen Saisonpass ein. Der sogenannte „Seepass“ kostet 219 Euro und gilt für zahlreiche Verbindungen auf dem Bodensee.
Die SBS sieht sich bei dieser Entscheidung übergangen.
Die deutsche Seite weist die Vorwürfe zurück. Nach Angaben der BSB habe es lange eine Vereinbarung über die gegenseitige Anerkennung von Tickets gegeben. Diese Regelung sei jedoch im Jahr 2023 von der SBS gekündigt worden.
Auswirkungen für Fahrgäste
Nach Darstellung der BSB bleibt das Angebot auf der deutschen Seeseite stabil. Für Reisende gebe es weiterhin ein sehr gutes Kursangebot.
Der Wegfall der Schweizer Schiffe im Konstanzer Hafen betrifft vor allem Verbindungen der SBS. Andere Linien und Angebote der deutschen Reederei bleiben bestehen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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