Entscheidung zur Lidl-App in Brandenburg: Termin steht
- Die Verbraucherzentrale klagt gegen Lidl. (Archivbild)
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Brandenburg an der Havel. Wer beim Einkauf auf App-Rabatte setzt oder sie nicht nutzen kann, muss weiter auf Klarheit warten: In Brandenburg an der Havel hat das Oberlandesgericht im Streit um die „Lidl Plus"-App am ersten Prozesstag noch keine Entscheidung verkündet.
Eine Gerichtssprecherin sagte, der Verkündungstermin sei für Dienstag, 29. September, angesetzt. Geklagt hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Die Verbraucherschützer sehen in Rabatt-Apps eine Benachteiligung bestimmter Kundengruppen.
Worum es in der Klage geht
Der vzbv kritisiert, dass ältere, behinderte oder jüngere Menschen durch App-Rabatte benachteiligt würden. Nach Ansicht der Verbraucherschützer können oder dürfen sie entsprechende Geräte oder Apps häufig nicht nutzen. Damit geht es im Kern um die Frage, ob digitale Preisvorteile im Supermarkt alle Kundinnen und Kunden gleich gut erreichen.
Auch Netto und Penny betroffen
Die Verbraucherschützer gingen wegen Rabatt-Apps auch gegen die Discounter Netto und Penny vor. Diese Klagen wurden jedoch unter anderem wegen fehlender Belege abgewiesen. Die Urteile sind bislang nicht rechtskräftig. Eine Revision wurde zugelassen. Nun muss sich der Bundesgerichtshof mit dem Thema befassen. Ein Verhandlungstermin steht dort noch nicht fest.
Lidl verteidigt die kostenlose App
Lidl wies die Kritik zurück. Ein Sprecher erklärte, die kostenlose „Lidl Plus"-App sei ein freiwilliges und zusätzliches Angebot. Kundinnen und Kunden könnten damit über die regulären Filialpreise hinaus weitere Preisvorteile und digitale Services nutzen. Zu laufenden Gerichtsverfahren äußere sich das Unternehmen nicht.
Warum Supermarkt-Apps für Händler wichtig sind
Für Händler und Kunden sind die Apps eine Art Tauschgeschäft. Angemeldete Kunden erhalten vielfach exklusive Vorteile. Im Gegenzug gewinnen die Händler im besten Fall treuere Kunden und deren Daten. Damit können sie das Kaufverhalten besser analysieren, Zielgruppen gezielter ansprechen und womöglich auch Kaufentscheidungen beeinflussen. Aus Sicht von Branchenexperten können Händler wie Lidl und Rewe ihre Kunden dadurch womöglich besser kennen. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |