Einzelhandel 2026 in RLP & Saarland: Minimales Wachstum, steigende Kosten
- Nicht nur in Kaiserslautern (Foto), in Rheinland-Pfalz und im Saarland kämpft der Einzelhandel 2026 mit minimalem Wachstum, stagnierenden Innenstädten und steigenden Kosten
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Rheinland-Pfalz / Saarland. Der Einzelhandel in Rheinland-Pfalz und Saarland verzeichnet 2026 nur minimales Wachstum. Der E-Commerce wächst, stationärer Handel stagniert. Kostenexplosion, Bürokratie und Investitionszurückhaltung belasten die Branche.
Einzelhandel 2026: Minimales Wachstum in schwierigen Zeiten
Der Einzelhandel in Rheinland-Pfalz und im Saarland steht 2026 vor einem herausfordernden Jahr, so der Handelsverband Südwest. Mit einem nominalen Umsatzwachstum von zwei Prozent bedeutet dies real nur ein Plus von 0,5 Prozent. In Rheinland-Pfalz wird ein Gesamtumsatz von rund 32,8 Milliarden Euro prognostiziert, im Saarland etwa 8,4 Milliarden Euro.
Gedämpfte Stimmung und schwacher Konsum
Die Konsumlaune bleibt verhalten. Der private Konsum wächst lediglich um 0,5 Prozent bei konstanten Sparquoten. Die Kaufzurückhaltung dominiert: 81 Prozent der befragten Einzelhändler nennen dies als Top-Thema. Geopolitische Risiken und politische Unsicherheit in Deutschland (37 Prozent) belasten zusätzlich.
- Die Kunden achten auf ihr Geld: Die Konsumlaune ist gering, die Kaufzurückhaltung groß
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Online wächst – stationärer Handel stagniert
Während der E-Commerce bundesweit um 4,4 Prozent (real 3,5 Prozent) wächst, stagniert der stationäre Handel. 68 Prozent der Händler berichten von sinkenden Kundenfrequenzen. Der Attraktivitätsverlust der Innenstädte wird von 38 Prozent als strukturelles Problem genannt.
Bürokratie und Kosten gefährden Arbeitsplätze
Bürokratiebelastungen führen die Problemliste an (59 Prozent), gefolgt von Energiekosten (36 Prozent) und Unternehmenssteuern (32 Prozent). 77 Prozent warnen vor negativen Beschäftigungseffekten durch steigende Arbeitskosten. Seit 2022 verlor die Branche bereits 60.000 Arbeitsplätze. Ein Viertel der Unternehmen planen weitere Stellenstreichungen im ersten Halbjahr 2026. Mit Blick auf die Tarifrunde appelliert der Handel an ver.di, mit Augenmaß zu verhandeln.
Investitionszurückhaltung verschärft Lage
30 Prozent der Händler planen Investitionskürzungen, nur 17 Prozent wollen mehr investieren. Zusätzlich belasten Drittstaatenhändler wie Shein und Temu (15 Prozent), steigender Ladendiebstahl (17 Prozent) und kommunale Probleme (18 Proeznt) die Situation.
Forderungen an die Politik
Die wichtigsten Handlungsfelder:
• Spürbarer Bürokratieabbau (75 Prozent)
• Senkung der Sozialversicherungsbeiträge (65 Prozent)
• Unternehmenssteuerreform mit Entlastungen (59 Prozent)
• Senkung der Stromsteuer und Energiekosten (52 Prozent)
• Investitionen in attraktive Innenstädte (38 Prozent).
Ohne diese Maßnahmen drohe dem Einzelhandel weiterer Substanzverlust – mit negativen Folgen für Beschäftigung, Innenstädte und regionale Wirtschaft, mahnt der Handelsverband jetzt zu handeln an. red
Autor:Monika Klein aus Kaiserslautern |
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