Bis zu 3000 Jobs in Gefahr? Streit um Zukunft bei Rolls-Royce
- Der Betriebsrat befürchtet, dass Tausende Jobs ins Ausland verlagert werden könnten. (Archivbild)
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Friedrichshafen. Beim Großmotorenhersteller Rolls-Royce Power Systems am Bodensee wächst die Sorge um Arbeitsplätze. Der Betriebsrat warnt vor einem möglichen Abbau von bis zu 3000 Stellen in den kommenden Jahren. In der Bodenseeregion beschäftigt das Unternehmen derzeit rund 6600 Menschen.
Nach Angaben der Arbeitnehmervertretung wurde den Beschäftigten auf einer Betriebsversammlung mitgeteilt, dass einzelne Bereiche aus Finanzen, Personal und Garantieabwicklung nach Polen verlagert werden sollen. Der Betriebsrat befürchtet jedoch, dass weitere Schritte folgen könnten. Auch Teile der Entwicklungsabteilungen könnten demnach nach Indien verlagert werden. Dort sei ein neues Entwicklungszentrum mit etwa 10000 Arbeitsplätzen geplant.
Unternehmen weist Befürchtungen zurück
Betriebsratschef Thomas Bittelmeyer bezeichnete die Outsourcing-Strategie als Fehler. Wirtschaftlich notwendig sei sie aus Sicht der Arbeitnehmervertretung nicht. Dem Unternehmen gehe es sehr gut. Bittelmeyer sieht hinter den Plänen eine strategische Entscheidung des britischen Mutterkonzerns.
Die Unternehmensführung widersprach dieser Darstellung. Arbeitsdirektorin Thelse Godewerth erklärte nach der Betriebsversammlung, der Standort Friedrichshafen bleibe zentral für den Konzern. „Hier in Friedrichshafen ist der Herzschlag, und ich kann nicht bestätigen, dass das mittelfristig nicht so sein wird“, sagte sie. Bis Ende 2028 sollen dort rund 600 neue Stellen entstehen.
Nach Unternehmensangaben sind weltweit im Zuge von Umstrukturierungen bis 2028 etwa 290 Arbeitsplätze betroffen. Weniger als die Hälfte davon entfällt auf Deutschland.
Wirtschaftlich starkes Unternehmen
Rolls-Royce Power Systems zählt zu den größten Arbeitgebern in der Bodenseeregion. Der Konzern gilt als wirtschaftlich stark. Im vergangenen Jahr lag der bereinigte Betriebsgewinn bei rund einer Milliarde Euro. Auch die Auftragsbücher sind gut gefüllt.
Besonders gefragt sind Notstromaggregate für Rechenzentren sowie Motoren für militärische Fahrzeuge. Unter der Marke mtu verkauft das Unternehmen außerdem Großmotoren für Jachten sowie schwere Land und Schienenfahrzeuge. Weltweit arbeiten rund 11000 Menschen für den Konzern. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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