Autochefs warnen in Stuttgart: Kosten in Deutschland zu hoch

Auf dem Podium: Porsche-Chef Michael Leiters (2.v.l-r), BMW-Chef Milan Nedeljković, VW-Chef Oliver Blume, Mercedes-Chef Ola Källenius und Audi-Chef Gernot Döllner.  | Foto: Bernd Weißbrod/dpa
  • Auf dem Podium: Porsche-Chef Michael Leiters (2.v.l-r), BMW-Chef Milan Nedeljković, VW-Chef Oliver Blume, Mercedes-Chef Ola Källenius und Audi-Chef Gernot Döllner.
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Stuttgart. Für Beschäftigte und Unternehmen der Autoindustrie steht viel auf dem Spiel. Spitzenmanager großer Hersteller sehen den Standort Deutschland weiter unter Druck. Zugleich verweisen sie auf Chancen für neue Arbeitsplätze und Investitionen.

Trotz vieler Probleme haben die Chefs von Volkswagen, Mercedes Benz und BMW den Produktionsstandort nicht abgeschrieben. Der neue BMW Chef Milan Nedeljković betonte bei einer Veranstaltung der Fachzeitschrift „Auto Motor und Sport“ in Stuttgart, dass Deutschland weiterhin ein starkes Fundament habe. Darauf könne auch künftig Industrie aufgebaut werden.

Deutschland verfüge zudem über ein starkes Start up Umfeld. Viele junge Firmen investierten in neue Ideen. Nach Einschätzung von Nedeljković fehlt jedoch häufig der Schritt zur industriellen Umsetzung. Gute Ideen würden zwar hier entwickelt. Für die Produktion gingen manche Gründer jedoch ins Ausland. Gerade bei Zukunftstechnologien müsse Deutschland deshalb bessere Rahmenbedingungen schaffen, um Arbeitsplätze zu sichern.

Hauptthemen der Branche

Volkswagen Vorstandschef Oliver Blume sieht vor allem zwei zentrale Herausforderungen für die Branche.

  • mehr Geschwindigkeit bei Entscheidungen und Entwicklung
  • sinkende Kosten für Produktion und Unternehmen

In anderen Weltregionen spüre man den Wettbewerb sehr deutlich. Dort sei die Industrie oft schneller. Blume fordert deshalb mehr Pragmatismus und den Mut, gewohnte Strukturen zu verändern, um international konkurrenzfähig zu bleiben.

Auch Mercedes Chef Ola Källenius sieht großen Handlungsbedarf. Die Autoindustrie habe weiterhin enorme Innovationskraft. Gleichzeitig müssten in Deutschland die Kosten sinken. Diese Einsicht müsse nicht nur in den Unternehmen vorhanden sein, sondern auch in Politik und Gesellschaft.

Bleiben die Rahmenbedingungen unverändert, könnten Investitionen stärker in andere Regionen fließen. Das betreffe auch künftige Projekte großer Hersteller. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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