Aus bei VW in Wolfsburg: Bosch-Allianz fürs automatisierte Fahren endet
- Beim automatisierten Fahren gehen Bosch und VW künftig getrennt Wege. (Archivbild)
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Wolfsburg. Volkswagen und Bosch beenden ihre Partnerschaft bei automatisierten Fahrsystemen. Die gemeinsame Entwicklung in der „Automated Driving Alliance“ ist nach Angaben beider Unternehmen abgeschlossen. Auf VW-Seite war die Software-Tochter Cariad beteiligt.
Was das Ende der Allianz bedeutet
Betroffen ist vor allem die weitere Entwicklung neuer Software für assistiertes und automatisiertes Fahren. Nach VW-Angaben wird die Zusammenarbeit bei Technologien für hochautomatisiertes Fahren nach Level 3 nicht fortgesetzt. Bei diesem Niveau kann der Fahrer die Verantwortung zeitweise abgeben.
VW hält dennoch an dem Ziel fest, hochautomatisiertes Fahren nach Europa und Nordamerika zu bringen. Konzernchef Oliver Blume erklärte, auf der bisherigen technologischen Grundlage solle nun mit mehr Tempo, Skalierung und schneller Umsetzung aufgebaut werden.
Strategiewechsel bei Cariad
Der Schritt passt zum Kurswechsel bei der VW-Software-Sparte Cariad. Statt zentrale Technik möglichst selbst zu entwickeln, setzt der Konzern stärker auf Partner und Zulieferer. Zuvor war es bei Cariad mehrfach zu Verzögerungen in der Software-Entwicklung gekommen. Auch Modellanläufe mussten verschoben werden.
Die „Bild“ hatte zuvor berichtet, VW habe das Projekt wegen zu geringer Fortschritte gestoppt. Dem Bericht zufolge waren bislang rund 1,5 Milliarden Euro investiert worden. Die Technik sei dennoch nicht wettbewerbsfähig gewesen. Dazu äußerten sich die Unternehmen in ihrer Mitteilung nicht.
Technik soll trotzdem in Serienautos kommen
Ganz folgenlos bleibt das Aus für die bisher entwickelte Technik nicht. VW und Bosch zufolge können die bereits entstandenen Fahrfunktionen in verschiedene Fahrzeugklassen eingebaut werden. Genannt wurden Kleinwagen bis Premiumfahrzeuge sowie Elektroautos und Modelle mit Verbrennungsmotor.
Der erste Einsatz bei VW ist demnach für den ID.Every1 geplant. Das Elektro-Einstiegsmodell soll ab Samstag, 1. Januar in Serie gehen und rund 20.000 Euro kosten. Gebaut werden soll das Fahrzeug in Portugal. Auch Bosch verweist auf Aufträge mehrerer Autohersteller für die Systeme.
Kritik aus der Belegschaft
Widerspruch kommt vom Gesamtbetriebsrat von Cariad. Fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme seien eine Schlüsseltechnologie für die Zukunft des Automobils. Wer sie abgebe, verliere Know-how, Wertschöpfung und Zukunftsfähigkeit, hieß es.
Die Partnerschaft war unter dem damaligen VW-Chef Herbert Diess gestartet. Mehr als 1.000 Expertinnen und Experten sollten eine gemeinsame Software-Plattform für Fahrerassistenzsysteme entwickeln. Geplant war zunächst Technik nach Level 2. Dabei bleibt der Mensch dauerhaft in der Verantwortung. Eine spätere Ausweitung war vorgesehen. Nun endet das Projekt deutlich früher als ursprünglich geplant. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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