Zugausfälle zwischen Hannover und Berlin: Das müssen Reisende beachten
- Auf der Strecke Hannover-Berlin beginnen am Freitag umfangreiche Bauarbeiten. Fernzüge fahren über Braunschweig und Magdeburg, im Regionalverkehr sind Ersatzbusse geplant.
- Foto: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben
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Berlin. Ab Freitag, 2. Oktober, müssen Reisende zwischen Hannover und Berlin deutlich mehr Zeit einplanen, weil die DB InfraGO auf der wichtigen Ost-West-Strecke mit umfangreichen Bauarbeiten beginnt.
Wie die Deutsche Bahn mitteilt, bündelt die Bahn mehrere Projekte auf einmal. Auf der Schnellfahrstrecke östlich und westlich von Stendal wird die Feste Fahrbahn erneuert. Parallel laufen die Elektrifizierung und der Ausbau der Lehrter Stammbahn weiter. Außerdem wird der Korridor Lehrte – Berlin umfassend saniert.
Was sich im Fernverkehr ändert
Fernzüge fahren während der Bauzeit durchgängig über Braunschweig und Magdeburg. Zwischen Hannover und Berlin sollen in zwei Stunden drei Fernverkehrszüge je Richtung sowie einzelne weitere Verbindungen unterwegs sein.
Für Reisende bedeutet die Umleitung vor allem längere Fahrzeiten. Die Fahrt zwischen Hannover und Berlin dauert nach Bahnangaben rund 80 Minuten länger. Braunschweig und Magdeburg werden dafür auf der Ost-West-Achse stündlich an den Fernverkehr angebunden. Magdeburg erhält während der Bauzeit mehr Fernverkehrshalte als üblich.
Ob Fernzüge auch in Stendal und Wolfsburg halten können, wird laut Bahn derzeit noch geprüft. Die angepassten Fahrpläne für die Zeit von Oktober bis Mitte Dezember sind bereits in den Auskunftsmedien abrufbar.
Regionalverkehr: Hier fahren Ersatzbusse
Im Nahverkehr soll ein Grundangebot bestehen bleiben. Dort, wo keine Züge fahren können, plant die Bahn Ersatzverkehr mit Bussen. Für viele Fahrgäste sind vor allem die Änderungen von Freitag, 2. Oktober, 21 Uhr, bis Samstag, 12. Dezember wichtig.
- Im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg fährt die RB34 zwischen Stendal und Rathenow weiter im Ersatzverkehr mit Bussen. Auch RE4 und RB21 fallen abschnittsweise aus oder werden teilweise umgeleitet.
- Stendal und Rathenow werden in Richtung Berlin unter anderem über die Expressbusse X1 von Stendal nach Genthin und X4 von Stendal über Rathenow nach Nauen angebunden.
- Im Raum Braunschweig und Hannover fahren RE70, RE60 und RE50 in Teilen nur stündlich. Beim RE30 und RE50 gibt es Einschränkungen zwischen Wolfsburg, Fallersleben und Gifhorn.
- In Sachsen-Anhalt sind für Stendal Ersatzbusse nach Wolfsburg, Genthin und Nauen vorgesehen. Für entfallende ICE-Halte in Stendal sollen zusätzliche Expressbusse fahren.
- Parallel ist auch die Berliner Stadtbahn gesperrt. Dadurch kann es zusätzlich zu Umleitungen und Ausfällen kommen.
Reisende sollten Verbindungen vor Fahrtantritt in den Auskunftsmedien prüfen. Das gilt besonders für Umstiege zwischen Zug und Ersatzbus sowie für Fahrten über Stendal, Rathenow, Genthin, Nauen, Wolfsburg und Magdeburg.
Warum die Baustelle so aufwendig ist
Ein Schwerpunkt liegt auf 52 Kilometern Fester Fahrbahn. Diese Betonfahrbahn wurde in den 1990er Jahren eingebaut und muss nach rund 30 Jahren starker Belastung grundlegend erneuert werden.
Dafür wird die alte Betonfahrbahn mit Spezialtechnik Stück für Stück zurückgebaut. Anschließend wird der Untergrund bearbeitet. Danach verlegen die Bautrupps rund 16.000 neue Fahrbahnplatten. Jede Platte ist 6,5 Meter lang und etwa 10 Tonnen schwer.
Insgesamt plant die DB InfraGO entlang der Strecke mehr als 214 Weichen, rund 357 Kilometer Gleise, 100 Kilometer Oberleitungen sowie 13 Kilometer Lärmschutzwände zu erneuern oder neu zu bauen. Außerdem sollen 25 Bahnhöfe modernisiert und teilweise barrierefrei ausgebaut werden.
Umleitungsstrecken wurden vorbereitet
Die Strecke Hannover – Berlin ist nach Angaben der Bahn die zweitlängste Achse, auf der die Infrastruktur gebündelt erneuert wird. Nur der Korridor Hamburg – Berlin ist länger.
Die Umleitungsstrecke über Braunschweig und Magdeburg wurde in den vergangenen Monaten auf zusätzliche Belastung vorbereitet. Die Bahn beziffert die Investition dafür auf rund 50 Millionen Euro. Güterzüge sollen während der Arbeiten vor allem über Braunschweig und Magdeburg fahren. Später kommt für den Güterverkehr eine weitere Umleitung über Halle und Eichenberg hinzu.
Autor:Verkehr im Südwesten: Auto, Bahn & Baustellen aus Mannheim |