Zecken in Deutschland: So sinkt das Risiko bei Wald und Wiese
- Nach Spaziergängen im Wald oder im Garten hilft eine kurze Zecken-Kontrolle, um Stiche früh zu entdecken und das Risiko von Infektionen zu senken.
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Zecken Schutz. Mit Kleidung, Verhalten in Gras und Gebüsch und einem festen Kontroll-Ritual nach dem Spaziergang lässt sich das Risiko für Zeckenbisse im Alltag deutlich senken.
Wer im Wald, im Garten oder auf Wiesen unterwegs ist, begegnet Zecken inzwischen häufiger und oft auch außerhalb der klassischen „Saison“. Darauf weist die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) hin und ordnet ein, warum milde Winter Zecken in Deutschland länger aktiv halten können.
Praktisch bedeutet das vor allem eins. Schutz ist nicht nur ein Thema für den Sommerurlaub, sondern auch für die Runde mit dem Hund, das Picknick im Park oder die Gartenarbeit.
Warum Zecken heute öfter auffallen
Zecken sind extrem widerstandsfähig. Laut SDW überstehen sie unter anderem einen Waschgang bei vierzig Grad Celsius, bis zu drei Wochen unter Wasser und sogar kurze Phasen mit Frost. Mildere Winter können dazu beitragen, dass Zecken über mehr Monate aktiv sind und weitere Lebensräume erschließen.
Neben dem Gemeinen Holzbock, der in Deutschland am häufigsten Menschen sticht, können sich regional auch andere Arten etablieren. Das ist für die Gesundheits-Einordnung wichtig, weil Arten und Region beeinflussen, welche Erreger wahrscheinlicher sind.
So kommt es zum Zeckenbiss und wo das Risiko steigt
Zecken lassen sich nicht von Bäumen fallen und sie springen auch nicht. Sie sitzen vor allem in der Kraut- und Strauchschicht und werden beim Vorbeigehen abgestreift. Dabei helfen ihnen Sinnesorgane, mit denen sie Wirte wahrnehmen.
Typische Risikosituationen im Alltag sind.
- Spaziergänge am Waldrand, auf Wiesen und an Wegrändern mit hohem Gras.
- Gartenarbeit, vor allem in Bodennähe und an Hecken.
- Ausflüge mit Kindern, wenn viel im Gras gespielt wird.
- Kontakt mit Wildtieren oder Haustieren, die Zecken ins Haus tragen können.
Beim Stich ritzt die Zecke die Haut an und verankert sich mit einem Saug- und Injektionsorgan. Der Speichel kann Juckreiz auslösen und kann, je nach Zecke, Krankheitserreger enthalten.
Welche Krankheiten in Deutschland eine Rolle spielen
In Deutschland ist der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) laut SDW die für Menschen wichtigste Art. Sie ist sehr häufig und damit für einen Großteil der Krankheitsübertragungen verantwortlich.
Zwei Erkrankungen stehen besonders im Fokus.
- FSME, die Frühsommer-Meningoenzephalitis. Nach einer Inkubationszeit von meist sieben bis vierzehn Tagen können zunächst grippeähnliche Beschwerden auftreten. In einem weiteren Verlauf kann es zu einer Entzündung der Hirnhaut kommen, auch neurologische Ausfälle oder Lähmungen sind möglich. In seltenen Fällen kann die Erkrankung tödlich enden.
- Lyme-Borreliose. Sie wird durch Bakterien verursacht und kann bei früher Behandlung mit Antibiotika gut behandelbar sein. Als mögliches Zeichen gilt eine kreisförmige, sich ausbreitende Rötung. Dazu können Fieber, Müdigkeit sowie Muskel- und Kopfschmerzen kommen. Unbehandelt sind Komplikationen möglich, die Gelenke, Nerven, das Herz oder die Haut betreffen.
Zecken Schutz im Alltag: Was sich bewährt
Die wirksamsten Maßnahmen kombinieren Barriere, Verhalten und Kontrolle. Damit wird nicht jede Zecke verhindert, aber das Risiko sinkt im Alltag deutlich.
- Helle, geschlossene Kleidung. Auf hellen Stoffen werden Zecken schneller gesehen. Lange Hosen und geschlossene Schuhe reduzieren den Hautkontakt in Gras und Unterholz.
- Wege nutzen statt durchs hohe Gras. Das senkt die Wahrscheinlichkeit, Zecken aus der Krautschicht abzustreifen.
- Körper-Check nach dem Draußensein. Besonders Beine, Kniekehlen, Leistenbereich und Achseln werden oft genannt, weil sich Zecken dort gern festsetzen.
- Kleidung nicht achtlos ablegen. Getragene Kleidung getrennt lagern und prüfen, damit Zecken nicht in Wohnräume gelangen.
Einordnung: Warum Zecken trotzdem zum Ökosystem gehören
Auch wenn Zecken im Alltag vor allem als Risiko wahrgenommen werden, haben sie laut SDW eine ökologische Funktion. Als Parasiten beeinflussen sie Nahrungsketten und tragen zur Regulation von Populationen bei. Sie dienen einigen Vogelarten als Nahrung und stehen auch bei Kleinsäugern wie Mäusen und Igeln auf dem Speiseplan. Spezialisierte Gegenspieler wie Erzwespen sorgen zudem für komplexe Wechselwirkungen im Ökosystem.
Unterm Strich bleibt für den Alltag: Wer in Wald und Wiese unterwegs ist, kann das Risiko mit einfachen Routinen spürbar reduzieren, ohne Naturaufenthalte zu meiden.
Autor:Meike Jakob aus Landau |