Wunden schützen beim Baden: So sinkt das Vibrionen-Risiko
- Eine Infektion mit Vibrionen kann vor allem für Menschen mit Vorerkrankungen oder einem geschwächten Immunsystem gefährlich sein.
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Vibrionen beim Baden. Offene oder schlecht heilende Wunden sollten bei Meerwasser ab 20 Grad besser nicht mit Nord- oder Ostseewasser in Kontakt kommen, weil damit das Risiko für eine schwere Infektion steigt. Besonders relevant ist das für Menschen mit Diabetes, Lebererkrankungen, Krebs, schweren Herzerkrankungen oder einem geschwächten Immunsystem.
Darauf weist das Bundesinstitut für Risikobewertung hin. Vibrionen sind Bakterien, die weltweit in Meeren, Flussmündungen, Brackwasser und auch in Binnenseen vorkommen. Bei einem Salzgehalt von 0,5 bis 2,5 Prozent und Temperaturen von mehr als 20 Grad vermehren sie sich besonders stark.
Solche Bedingungen gibt es laut Robert Koch-Institut im Sommer auch an Teilen der deutschen Nord- und Ostseeküste. Vor allem der vergleichsweise niedrige Salzgehalt der Ostsee begünstigt die Bakterien.
Infektionen können sich schnell ausbreiten
Über offene Wunden können Vibrionen in den Körper gelangen und eine Infektion auslösen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts kann sie sich rasch ausbreiten und dazu führen, dass Gewebe abstirbt.
Wird die Infektion rechtzeitig erkannt, lässt sie sich auch bei Risikopatientinnen und Risikopatienten meist mit Antibiotika behandeln. Erfolgt die Behandlung zu spät, kann im schweren Verlauf sogar eine Amputation der betroffenen Gliedmaßen nötig werden.
Als Warnzeichen gilt ein Schmerz in einer Wunde, der in keinem Verhältnis zu ihrer Größe steht. Auch Fieber und Schüttelfrost können auf eine Vibrionen-Infektion hindeuten.
Bei Sepsis-Warnzeichen zählt schnelle Hilfe
Als Komplikation kann es zu einer Sepsis kommen. Dabei gerät die Immunabwehr außer Kontrolle und greift körpereigene Organe an.
Das Aktionsbündnis Patientensicherheit nennt unter anderem Verwirrtheit, schnelle Atmung, Herzrasen und ein völlig neues starkes Krankheitsgefühl als Warnzeichen. Treten solche Symptome im Zusammenhang mit einer Infektion auf, ist das ein Notfall.
Für gesunde Menschen ist das Risiko meist gering
Für gesunde Menschen ist das Risiko einer Vibrionen-Infektion nach Angaben der Deutschen Fachgesellschaft für Reisemedizin in der Regel gering. Insgesamt sind solche Infektionen selten.
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wurden im Jahr 2024 insgesamt 95 Fälle gemeldet. In 42 Fällen erfolgte die Ansteckung offenbar in Deutschland. Für den Alltag bedeutet das vor allem, offene Wunden vor warmem Meerwasser zu schützen und auffällige Beschwerden rasch medizinisch einordnen zu lassen. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |