Wohnmobil nach dem Winter checken: So startet die Saison sicher

Checkliste für Wohnmobil-Start nach der Winterpause, inklusive Reifen, Bremsen, Wasser- und Gasanlage. | Foto: ACV Automobil-Club Verkehr, Foto: ACV Automobil-Club Verkehr
  • Checkliste für Wohnmobil-Start nach der Winterpause, inklusive Reifen, Bremsen, Wasser- und Gasanlage.
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Wohnmobil aus dem Winterschlaf holen. Mit einem festen Check in Reinigung, Technik und Sicherheit lassen sich typische Probleme nach langer Standzeit früh erkennen und die erste Tour startet ohne unnötige Pannenrisiken.

Nach Monaten in Kälte und Feuchtigkeit können Reifen, Dichtungen, Bremsen und Bordtechnik stärker leiden als im laufenden Betrieb. Der ACV Automobil-Club Verkehr ordnet die wichtigsten Kontrollen ein, die vor der ersten Fahrt praktisch helfen und sicherheitsrelevant sind.

Besonders häufig zeigen sich Schwachstellen an Reifen und Batterie. Dazu kommen Wasser- und Gassysteme, die nach dem Winter nicht einfach „wie gewohnt“ funktionieren müssen, etwa durch Frostschäden, Undichtigkeiten oder leere Akkus.

Checkliste vor der ersten Fahrt: außen, innen, Technik

  • Außenreinigung und Sichtprüfung: In einer SB-Waschanlage mit moderatem Wasserdruck reinigen, damit Lack, Kunststoffteile und Lüftungsgitter nicht beschädigt werden. Windschutzscheibe, Dach, Unterboden und Radkästen besonders beachten. Rahmen und tragende Teile auf Rost oder Korrosion prüfen. Markise, Dachaufbauten und Anbauteile auf Schäden kontrollieren und einmal testen. Gummidichtungen an Türen und Fenstern pflegen.
  • Innenraum, Feuchtigkeit, Schimmel: Möbel, Polster und Stauräume entstauben, Küche, Kühlschrank und Bad reinigen. Stauräume, Polster und Ecken auf Feuchtigkeit oder Schimmel prüfen und während der Reinigung gründlich lüften, bis alles trocken ist.
  • Wasseranlage: Frisch- und Abwassertanks spülen und desinfizieren, anschließend mit klarem Wasser nachspülen. Leitungen, Armaturen und Wasserpumpe auf Frostschäden prüfen. Tropfstellen, Druckverlust oder ungewöhnliche Geräusche gelten als Hinweise auf Undichtigkeiten. Vorhandene Wasserfilter ebenfalls prüfen.
  • Reifen: Profiltiefe, Luftdruck und Reifenalter kontrollieren. Gesetzlich sind mindestens 1,6 Millimeter Restprofil vorgeschrieben. Der ACV empfiehlt aus Sicherheitsgründen mindestens drei Millimeter bei Sommerreifen und mindestens vier Millimeter bei Winter- und Ganzjahresreifen, um bei Nässe besser unterwegs zu sein und Aquaplaning-Risiken zu senken. Das Alter steht in der DOT-Nummer auf der Reifenflanke. Ab etwa sechs Jahren sollten Reifen kritisch geprüft werden. Bei Tempo-100-Gespannen dürfen Reifen maximal sechs Jahre alt sein.
  • Bremsen: Nach Standzeit kann sich Flugrost auf Bremsscheiben bilden. Ungewöhnliche Geräusche oder Vibrationen bei einer Probefahrt sollten als Warnsignal gelten.
  • Flüssigkeiten: Vor der ersten Tour die relevanten Betriebsflüssigkeiten prüfen, damit keine Folgeschäden durch zu niedrige Füllstände entstehen.
  • Batterie und Bordelektrik: Starter- und Aufbaubatterie auf Ladezustand prüfen und bei Bedarf nachladen. Danach Bordelektrik testen, darunter Innen- und Außenbeleuchtung, 12-Volt-Anlage, Steckdosen, Ladegerät und Hupe. Bei Ausstattung auch Solaranlage, Wechselrichter und Klimaanlage prüfen. Landstromkabel, Sicherungen und FI-Schutzschalter kontrollieren, Leitungen und Sicherungen auf sichtbare Schäden prüfen.
  • Gasanlage und Sicherheitsausstattung: Gasgeräte wie Heizung, Kocher oder Kühlschrank müssen einwandfrei funktionieren. Für Wohnmobile und Wohnwagen mit fest verbauter Flüssiggasanlage ist die Gasprüfung seit dem 19. Juni 2025 alle zwei Jahre vorgeschrieben. Grundlage ist § 60 StVZO, unabhängig von der Hauptuntersuchung. Schläuche, Druckminderer und Anschlüsse auf sichtbare Schäden prüfen. Wichtig ist die Abschaltsicherung, bei erlöschender Flamme muss die Gaszufuhr automatisch stoppen. Außerdem Verbandskasten, Warndreieck, Warnwesten, Rauch- oder CO-Melder und Feuerlöscher auf Vollständigkeit und Funktion prüfen.
  • Gewicht und Beladung: Zulässiges Gesamtgewicht steht in der Zulassungsbescheinigung unter F1, das Leergewicht unter G. Die Differenz ergibt die mögliche Zuladung. Optionales Zubehör ist oft nicht im Leergewicht enthalten, eine Kontrolle auf einer öffentlichen Waage kann die Planung erleichtern. Schwere Gegenstände möglichst tief und nahe der Fahrzeugmitte verstauen. Überladung kann Bußgelder nach sich ziehen und die Fahrstabilität verschlechtern.
  • Hauptuntersuchung: Wohnmobile bis 3,5 Tonnen müssen erstmals nach 36 Monaten, danach alle 24 Monate zur HU. Wohnmobile von 3,5 bis 7,5 Tonnen müssen in den ersten sechs Jahren alle zwei Jahre, ab dem siebten Jahr jährlich zur HU. Für Wohnmobile über 7,5 Tonnen gilt jährlich.

Eine kurze Probefahrt rundet den Check ab, weil sich Bremsverhalten, Lenkung und Fahrstabilität dabei realistisch einordnen lassen.

Zusatz-Check für Wohnwagen-Gespanne

Bei Wohnwagen-Gespannen kommt zur Fahrzeugprüfung die Verbindung zwischen Zugfahrzeug und Anhänger hinzu. Dazu zählen Anhängerkupplung, Steckverbindung, Auflaufbremse und Abreißseil. Eine vorhandene Antischlingerkupplung sollte ebenfalls kontrolliert werden. Zusätzlich müssen zulässige Anhängelast des Zugfahrzeugs und die vorgeschriebene Stützlast eingehalten werden.

Wer diese Punkte vor der ersten großen Tour sauber abarbeitet, reduziert typische Saisonstart-Probleme deutlich und bekommt schneller ein verlässliches Gefühl dafür, ob Reparaturen oder Termine in der Werkstatt sinnvoll sind.

Dieser Text wurde mit maschineller Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.

Autor:

Laura Lüttmann aus Neustadt/Weinstraße

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