Wintergemüse im Oktober pflanzen: Diese Sorten liefern auch bei Kälte frische Ernte
- Auch wenn es draußen kühler wird, muss im Garten noch lange nicht Schluss sein.
- Foto: Christin Klose/dpa-mag
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Wintergemüse im Oktober pflanzen. Das Gemüsebeet ist leer? Dann ist jetzt die ideale Zeit für eine zweite Saison. Mit robustem Wintergemüse wie Feldsalat, Spinat und Winterportulak bleibt der Boden geschützt und die Küche wird auch in der kalten Jahreszeit mit frischem Grün versorgt.
Nach der Sommerernte muss das Beet nicht brachliegen. Wer im Oktober die richtigen Gemüsearten sät oder pflanzt, nutzt freie Flächen sinnvoll und schützt den Boden zugleich vor Starkregen, Wind und Nährstoffverlusten. Entscheidend ist, dass die Pflanzen vor dem Winter noch ausreichend kräftig anwachsen können. Bei kurzen Tagen verlangsamt sich ihr Wachstum deutlich. Mit Vlies, Frühbeet oder Folientunnel lässt sich die Erntezeit jedoch oft verlängern.
Welches Gemüse kann man im Winter anbauen?
Viele robuste Gemüsearten kommen mit niedrigen Temperaturen gut zurecht. Zu den klassischen Wintergemüsen zählen vor allem Kohlarten, Wurzelgemüse und Wintersalate. Grünkohl, Rosenkohl, Porree, Pastinaken, Schwarzwurzeln, Steckrüben und Feldsalat können – je nach Sorte und Aussaatzeitpunkt – im Winter geerntet werden. Laut mein schöner Garten kann Frost bei manchen Arten sogar den Geschmack verbessern, weil Stärke in Zucker umgewandelt wird.
Für die schnelle Herbst- und Winterernte eignen sich besonders:
- Feldsalat: ideal für sonnige bis halbschattige Beete; bei starkem Frost mit Vlies schützen.
- Spinat: robuste Sorten wachsen bei kühlen Temperaturen weiter und können oft überwintern.
- Winterportulak: besonders passend fürs Hochbeet, Frühbeet oder Gewächshaus.
- Winterkresse: würzig, pflegeleicht und vitaminreich; eine Aussaat ist bis Ende September, in milden Lagen teils noch Anfang Oktober möglich.
- Knoblauch: Kein Wintergemüse für die Soforternte, aber der Herbst ist die richtige Pflanzzeit für eine Ernte im nächsten Sommer.
- Winterzwiebeln: Sie werden bis Ende September oder Anfang Oktober gesteckt und im Frühjahr geerntet.
Wichtig: Nicht jedes Wintergemüse wird erst im Herbst ausgesät. Grünkohl, Schwarzwurzeln oder Pastinaken brauchen beispielsweise deutlich mehr Zeit und werden meist schon im Frühjahr oder Sommer angebaut.
Beet nach der Ernte nicht umgraben: Darum lohnt sich eine Pflanzendecke
Ein unbedecktes Beet ist Wind, Regen und Frost schutzlos ausgeliefert. Starke Niederschläge können Nährstoffe aus dem Boden auswaschen; außerdem verschlammt die Oberfläche leichter. Eine lebende Pflanzendecke wirkt dem entgegen und hält den Boden länger locker.
Nach der Ernte gilt deshalb: Nicht sofort umgraben. Zunächst Pflanzenreste und Unkraut entfernen, anschließend den Boden nur oberflächlich lockern. Für die Aussaat sollte die Erde fein krümelig sein und Wasser gut aufnehmen können.
Bleibt das Beet über Winter frei, gibt es zwei sinnvolle Alternativen:
- Gründüngung: Sie bedeckt den Boden und fördert langfristig die Bodenstruktur.
- Mulch: Eine Schicht aus Laub, Stroh oder anderem organischem Material schützt den Boden und schafft gute Startbedingungen für die nächste Saison.
Abdeckung schützt Wintergemüse vor Nässe und Frost
Wintergemüse leidet nicht nur unter strengen Minusgraden. Dauerhafte Nässe ist häufig das größere Problem, denn sie begünstigt Fäulnis und Pilzkrankheiten. Ein Frühbeet, Folientunnel, ungeheiztes Gewächshaus oder Gartenvlies hält starken Regen ab und schafft ein geschützteres Mikroklima.
Bei angekündigtem Frost hilft ein Verfrühungsvlies, die Temperatur direkt an den Pflanzen etwas zu erhöhen. Wichtig bleibt regelmäßiges Lüften: Nach feuchtem Wetter müssen Blätter rasch abtrocknen, damit sich keine Krankheiten ausbreiten. Feldsalat sollte bei sehr kalten Nächten ebenfalls mit Reisig oder Vlies geschützt werden.
Wintergemüse richtig ernten
Man sollte das Wintergemüse möglichst an frostfreien Tagen und erst dann ernten, wenn die Blätter vollständig aufgetaut sind. Gefrorenes Blattgemüse ist brüchig und wird beim Schneiden schnell beschädigt.
Bei Spinat, Feldsalat und Winterportulak lohnt sich eine vorsichtige Ernte: Nur die benötigten Blätter oder Rosetten abschneiden, damit die Pflanzen weiterwachsen können.
Welches Gemüse ist mehrjährig und winterhart?
Als mehrjähriges und winterhartes Gemüse ist vor allem Topinambur interessant. Die Knollenpflanze gehört zu den Sonnenblumenarten, bleibt dauerhaft im Garten und kann von Oktober bis März portionsweise geerntet werden.
Auch Waldmeister ist winterhart und mehrjährig, wird botanisch aber eher als Kraut denn als klassisches Gemüse eingeordnet. Er gedeiht im Schatten und wird im Frühjahr vor der Blüte geerntet.
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |