Wildkatze in Vorpommern nachgewiesen: Was das für Ausflüge bedeutet
- Beim Spaziergang im Wald hilft Abstand und Ruhe, wenn scheue Wildtiere wie die Wildkatze wieder in der Region nachgewiesen werden.
- Foto: Stephanie Walter
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Wildkatze in Vorpommern. Der genetische Nachweis zeigt, dass in naturnahen Wäldern nahe Strasburg wieder eine Europäische Wildkatze unterwegs ist und bei Spaziergängen vor allem ruhiges Verhalten und Abstand der wichtigste Beitrag bleiben.
Nach Angaben der Deutschen Wildtier Stiftung wurde in Vorpommern erstmals genetisch eine Europäische Wildkatze bestätigt, nachdem die Art in Mecklenburg-Vorpommern rund 200 Jahre als verschollen galt. Der Fund gilt als derzeit nordöstlichstes bekanntes Vorkommen innerhalb ihres europäischen Verbreitungsgebietes.
Der Nachweis gelang auf Stiftungsflächen bei Strasburg. Zuvor hatten Wildkameras dort bereits verdächtige Aufnahmen geliefert, nun wurde das Tier an sechs verschiedenen Standorten innerhalb eines Waldgebietes über Haare eindeutig identifiziert.
Wie der Nachweis gelang und was er aussagt
Grundlage war ein Monitoring im Frühjahr mit sogenannten Haarfallen. In einem systematischen Raster wurden Holz-Lockstöcke über mehrere Wochen kontrolliert und mit Baldrian besprüht. Beim Reiben bleiben Haare am rauen Holz hängen, die anschließend im Labor genetisch untersucht werden.
Die Laborergebnisse deuten laut Deutscher Wildtier Stiftung auf einen Kater hin, der sich über mehrere Wochen auf einer Fläche von rund zwei Quadratkilometern aufhielt. Ob diese Fläche bereits Teil eines stabilen Reviers ist, bleibt offen. Als Orientierung nennt die Stiftung für männliche Wildkatzen Streifgebiete von in der Regel 30 bis 60 Quadratkilometern. Weitere Erhebungen sollen zeigen, ob es in der Umgebung Anschluss zu anderen Wildkatzen gibt.
Praktische Einordnung für Naturfreunde in der Region
Für den Alltag im Wald bedeutet der Fund vor allem, dass scheue Wildtiere in der Region wieder passende Rückzugsräume finden. Sichtungen bleiben trotzdem selten, weil Wildkatzen dämmerungsaktiv sind und Menschen meist meiden.
Wichtig für naturverträgliche Ausflüge sind vor allem ruhige Abläufe und das Vermeiden von Störungen, besonders abseits der Wege und in dichter Vegetation. In der Einordnung der Stiftung wirkt Baldrian als Lockstoff nur auf kurze Distanz, was auch erklärt, warum Nachweise gezielte Platzierung und Geduld brauchen.
Unklar bleibt, ob die Wildkatze im Bundesland tatsächlich ausgestorben war oder einzelne Tiere unentdeckt überdauert haben. Sicher ist laut Deutscher Wildtier Stiftung, dass die aktuellen Nachweise zeigen, dass die Art auch im Nordosten Deutschlands in naturnahen Wäldern wieder geeignete Lebensräume vorfindet. [red]
Autor:Thorsten Kornmann aus Karlsruhe |