Wer nachts mäht, riskiert Ärger: Erste Städte verbieten Mähroboter

In Deutschland gibt es noch kein generelles Nachtfahrverbot für Mähroboter. (Archivbild)  | Foto: Monika Skolimowska/dpa
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Baden-Württemberg. Mähroboter dürfen in einigen Städten im Südwesten nachts nicht mehr fahren. Wer den automatischen Rasenmäher im Garten nutzt, muss in mehreren Kommunen auf die Uhr achten. Grund ist der Schutz von Igeln und anderen Kleintieren.

Nach einer dpa‑Umfrage bei Städten und Landkreisen in Baden-Württemberg gelten inzwischen unterschiedliche Regeln. Einige Kommunen haben den nächtlichen Betrieb bereits untersagt. Andere beobachten die Entwicklung oder setzen auf freiwillige Rücksicht.

Wo bereits ein Nachtfahrverbot gilt

Mehrere Städte und Landkreise haben konkrete Vorgaben erlassen. Dazu zählen unter anderem:

  • Stuttgart
  • Ulm
  • Crailsheim
  • Landkreis Esslingen

In Stuttgart dürfen Mähroboter nur noch tagsüber eingesetzt werden. Laut Allgemeinverfügung müssen die Geräte spätestens eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang abgeschaltet werden. Erst eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang dürfen sie wieder starten. In Einzelfällen können Ausnahmen erlaubt werden.

Der Hintergrund ist der Schutz von Igeln. Die Tiere sind vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. Treffen sie auf einen fahrenden Mähroboter, rollen sie sich häufig zusammen statt zu fliehen. Dadurch kommt es immer wieder zu schweren Verletzungen.

Wo Mähroboter nachts weiter fahren dürfen

In einigen Regionen gibt es bislang keine Einschränkungen. Nach Angaben der Behörden ist der Betrieb dort weiterhin erlaubt. Dazu gehören etwa Mannheim und Tübingen sowie die Landkreise Lörrach, Karlsruhe und Reutlingen. Teilweise wird jedoch beobachtet, wie sich andere Kommunen entscheiden.

Wo Behörden noch prüfen

Andere Landkreise setzen zunächst auf Aufklärung. Im Landkreis Heilbronn etwa gibt es derzeit kein Verbot. Die Behörden verweisen jedoch auf den allgemeinen Schutz wild lebender Tiere nach dem Bundesnaturschutzgesetz.

Empfohlen wird unter anderem:

  • Rasen vor dem Mähen kurz kontrollieren
  • Rückzugsräume für Tiere im Garten lassen
  • Mähroboter mit guten Hindernissensoren nutzen

Auch in Freiburg könnte das Thema bald politisch beraten werden. Mehrere Fraktionen im Gemeinderat haben beantragt, ein mögliches Nachtfahrverbot zu prüfen.

Igelbestand geht zurück

Der westeuropäische Igel steht zunehmend unter Druck. Seit Oktober gilt die Art laut internationaler Roter Liste erstmals als potenziell gefährdet. Forschende des Leibniz‑Instituts für Zoo und Wildtierforschung sehen den Einsatz von Mährobotern als ernstes Risiko für die Tiere in Gärten und Grünanlagen. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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