Weniger Stress in Arztpraxen: Digitale Helfer verbessern Versorgung im ländlichen Raum

Hausärztinnen und Hausärzte sollen von digitalen Helfern und Fachpersonal entlastet werden. | Foto: Alina Grünky/dpa
  • Hausärztinnen und Hausärzte sollen von digitalen Helfern und Fachpersonal entlastet werden.
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Rheinland Pfalz. Mehr Zeit für Patientinnen und Patienten und weniger Belastung im Praxisalltag. Ein Pilotprojekt mit digitalen Helfern und neuen Teamstrukturen hat Hausarztpraxen im ländlichen Raum in Rheinland Pfalz laut wissenschaftlicher Auswertung spürbar entlastet.

Untersucht wurde das Modellprojekt „Häppi“ durch die Universitätskliniken Mainz und Heidelberg. Sieben Hausarztpraxen testeten das Konzept ab Juli für sechs Monate. Ziel war eine bessere Aufgabenverteilung im Team und ein stärkerer Einsatz digitaler Instrumente.

Nach Angaben der Forschenden berichteten fünf der sieben Praxen am Ende der Pilotphase sogar von mehr behandelten Patientinnen und Patienten. Gleichzeitig sollte der Praxisalltag effizienter organisiert werden.

Zu den eingesetzten digitalen Angeboten gehörten unter anderem

  • Videosprechstunden
  • Online Terminbuchung
  • Messengerdienste für die Kommunikation
  • eine KI gestützte Telefonassistenz

Patienten zeigen hohe Zufriedenheit

Laut Hausarzt und Studienautor Simon Schwill von der Universität Heidelberg zeigt das Projekt, dass „Häppi“ auch in Rheinland Pfalz ein praktikables Versorgungskonzept sein kann. Eine begleitende Patientenbefragung habe eine hohe Zufriedenheit ergeben.

Das Konzept des Hausärztinnen und Hausärzteverbandes wurde zuvor bereits in Baden Württemberg getestet. Besonders die KI Telefonassistenz erwies sich für viele Praxen als hilfreich.

Dass das System im Alltag funktioniert, zeigt sich laut Auswertung auch nach dem Ende der Pilotphase. Sechs der sieben Praxen nutzen den KI Telefonassistenten weiterhin und bezahlen ihn inzwischen selbst. Einige Praxen berichteten jedoch von anfänglichen Schwierigkeiten bei der Umstellung und bei der Akzeptanz einzelner Patienten.

Minister sieht Chance für ländliche Regionen

Gesundheitsminister Clemens Hoch betonte die Bedeutung solcher Modelle für ein Flächenland wie Rheinland Pfalz. Gerade kleinere Praxen müssten entlastet werden, um die Versorgung langfristig zu sichern.

Der Hausärztinnen und Hausärzteverband Rheinland Pfalz will nun einen Leitfaden erarbeiten. Damit könnten weitere Praxen das Konzept übernehmen. Gefördert wurde das Projekt vom Land Rheinland Pfalz und der AOK Rheinland Pfalz Saarland mit rund 280.000 Euro. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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