Warnung vor Betrug bei Pforzheim: So laufen Fake-Auto-Inserate
- Die Garage bleibt leer: Wer auf falsche Auto-Inserate reinfällt, bekommt kein Fahrzeug - aber auch kein Geld zurück. (Symbolbild)
- Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/ZB
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Pforzheim. Wer online ein günstiges Auto sucht, muss derzeit besonders genau prüfen: Rund um Pforzheim warnen Polizei, Händler und Plattformen vor gefälschten Inseraten, bei denen am Ende weder Fahrzeug noch Verkäufer existieren.
Die Masche trifft nach Angaben der Polizei nicht nur Privatleute, sondern auch Autohäuser. Betrüger stellen angebliche Verkaufsangebote ins Netz und drängen auf Vorkasse. Häufig geht es um vermeintliche Unfallwagen oder besonders günstige Fahrzeuge. Nach der Überweisung sehen Betroffene das Auto nicht wieder. Das Geld ist meist ebenfalls verloren.
So gehen die Täter vor
Die Vorgehensweisen unterscheiden sich. Nach Angaben der Polizei wird oft behauptet, das Fahrzeug werde per Transporter geliefert. Vorab verlangen die Täter dann eine Anzahlung von mehreren Tausend Euro. Aktuell werden laut Bundesverband freier Kfz-Händler auch Fahrzeuge aus angeblichen Insolvenzmassen angeboten. Dabei missbrauchen Betrüger Namen realer Kanzleien und legen gefälschte Gerichtsbeschlüsse vor.
Im Umlauf sind demnach außerdem angebliche Kataloge einer großen süddeutschen Autohandelsgruppe mit Sonderangeboten. Für Käufer und Händler wirkt vieles auf den ersten Blick glaubwürdig.
Warum selbst Profis auf die Masche hereinfallen
Nach Angaben des baden-württembergischen Kfz-Gewerbes arbeiten die Täter immer professioneller. Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz entstehen täuschend echte Fake-Webseiten und Händlerprofile mit Logos, Impressum und Kontaktdaten. Im Handel zwischen Betrieben kommt hinzu, dass Fahrzeuge teils auch ungesehen gekauft werden. Die Preise liegen laut Branchenvertretern oft niedrig, aber nicht so niedrig, dass sofort Misstrauen entsteht.
Betrugsfälle nehmen nach Einschätzung der Branche zu
Genaue Fallzahlen kann die Polizei nach eigenen Angaben nicht gesondert ausweisen. Klar ist aber, dass sich solche Delikte seit Jahren stärker ins Internet verlagern. Dort können Täter viele potenzielle Opfer zugleich ansprechen und Inserate mehrfach auf verschiedenen Plattformen einstellen.
Der Autoclub ACE berichtet, ein großer Teil der Mitgliederanfragen betreffe betrügerische Inserate. Das Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg spricht bei geschädigten Autohäusern von einer steigenden Tendenz. Der Bundesverband freier Kfz-Händler hatte nach Angaben seines Vertreters den Höhepunkt der Warnmeldungen im Jahr 2024 und gab in diesem Jahr bereits mehr als 20 Warnmeldungen heraus.
Warum Fake-Angebote schwerer zu erkennen sind
Nach Angaben der Polizei sitzen die Täter oft im Ausland. Früher ließen sich betrügerische Mails und Inserate häufiger an schlechten Übersetzungen erkennen. Das sei heute wegen moderner KI- und Übersetzungsprogramme deutlich schwieriger. Allein am Text lasse sich ein Fake oft nicht mehr sicher erkennen.
Was bei den Ermittlungen zählt
Für die Polizei ist häufig der Weg des Geldes die wichtigste Spur. Das Problem ist der Zeitverlust. Zwischen Überweisung und Anzeige vergehen oft Tage oder Wochen. In vielen Fällen landet das Geld zunächst auf Geldwäschekonten und wird danach mehrfach weiterüberwiesen.
So schützen Plattformen und Verbände
Autoscout24, mobile.de, Kleinanzeigen und der ADAC haben gemeinsam mit der Polizei die Initiative „Sicherer Autokauf im Internet“ gestartet. Nach Angaben der Plattformen kommen technische Sicherheitsmechanismen, teils mit KI, und manuelle Prüfungen zum Einsatz. Verdächtige Aktivitäten können zu Verwarnungen, Sperren oder Kündigungen führen.
Auch Branchenverbände reagieren. Der Bundesverband freier Kfz-Händler veröffentlicht seit 2023 Warnmeldungen zu aktuellen Maschen. Der Verband des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg rät Betrieben, Mitarbeitende regelmäßig zu informieren und wichtige Verträge sowie Transaktionen intern gegenprüfen zu lassen.
Worauf beim Autokauf zu achten ist
- Keine hohen Anzahlungen leisten, wenn Fahrzeug und Anbieter nicht zweifelsfrei geprüft sind
- Angebliche Insolvenzverkäufe und Sonderkataloge besonders kritisch prüfen
- Webseiten, Impressum und Kontaktdaten nicht nur oberflächlich ansehen
- Bei Verdacht sofort Bank und Polizei informieren
- Bei Kreditkartenzahlung eine mögliche Rückbuchung prüfen
Ist das Geld einmal überwiesen, sind die Chancen auf eine Rückholung nach Angaben der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg meist schlecht. Umso wichtiger ist schnelles Handeln. Die Plattformen selbst erstatten nach eigenen Angaben kein Geld. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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