Warnung am Rhein: Schwimmbojen retten nicht vor Gefahr
- Leuchtend orange, pink oder gelb zieht sie hinter Schwimmern durchs Wasser: die Schwimmboje, befestigt über einen Gürtel. (Symbolbild)
- Foto: Swen Pförtner/dpa
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Rheinland-Pfalz. Wer im Sommer in Flüssen und Seen badet, sollte Schwimmbojen nicht mit echter Sicherheit verwechseln: Nach mehreren Badeunfällen auch im Rhein warnt die DLRG in Rheinland-Pfalz davor, die leuchtenden Hilfen zu überschätzen.
Schwimmbojen sind vor allem eines: gut sichtbar. Die meist orangefarbenen, pinken oder gelben Bojen werden an einem Gurt hinter dem Körper hergezogen und machen Schwimmer für Boote, Stand-up-Paddler und andere Wassersportler früher erkennbar. Einige Modelle bieten zudem etwas Auftrieb, an dem sich Erschöpfte kurz festhalten können.
DLRG: Sichtbarer, aber nicht sicher
Nach Angaben der DLRG sind Schwimmbojen jedoch keine Lebensversicherung. Einen verlässlichen Schutz vor dem Ertrinken böten sie nicht. Besonders in Flüssen wie Rhein, Mosel, Lahn oder Nahe seien die Risiken hoch. Strömungen, Schiffsverkehr und Sogwirkungen könne keine Boje ausgleichen.
Die wichtigste Sicherheitsmaßnahme sei deshalb oft die einfachste Entscheidung: gefährliche Gewässer gar nicht erst zum Schwimmen zu nutzen.
Bronze gilt als Nachweis für sicheres Schwimmen
Vor dem Gang ins Wasser kommt es laut DLRG auf eine realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten an. Als Nachweis des sicheren Schwimmens gilt das Deutsche Schwimmabzeichen Bronze. Das Seepferdchen bleibt demnach ein wichtiger Meilenstein, ist aber noch kein Beleg dafür, dass ein Kind ohne Aufsicht sicher schwimmen kann.
Schwimmabzeichen allein reichen für offenes Wasser dennoch nicht aus. Sie werden unter kontrollierten Bedingungen im Schwimmbad erworben. In Seen und Flüssen kommen zusätzliche Gefahren hinzu:
- Strömungen
- Wellen
- schlechte Sicht
- Schiffsverkehr
- Pflanzenbewuchs
Auch geübte Schwimmer könnten dadurch überrascht werden. Regelmäßiges Üben, Erfahrung im Wasser und ein verantwortungsvoller Umgang mit Risiken blieben entscheidend.
Wo Schwimmen sicherer ist
Wer im Freiwasser schwimmen will, sollte nach Empfehlung der DLRG möglichst bewachte Badestellen oder ausgewiesene Bereiche nutzen. Wichtig ist außerdem:
- Wetter und Wasserbedingungen vorab prüfen
- möglichst nicht alleine ins Wasser gehen
- Schifffahrtsstraßen und strömungsreiche Flüsse meiden
Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig appellierte zuletzt an Eltern, darauf zu achten, dass Kinder schwimmen lernen, sich früh an Wasser gewöhnen und danach das Seepferdchen erwerben. Das Land setzt dabei auf Schwimmzentren nach Vorbildern in Trier und Ludwigshafen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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