Vögel in den Garten locken: Mit diesen Pflanzen kehren sie zurück
- Mit den richtigen Pflanzen wird der Garten zum beliebten Treffpunkt für viele Vogelarten.
- Foto: dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Vögel in den Garten locken. Plötzlich ist es still im Garten – kein Zwitschern, kein Flattern, kein Morgensolo der Amsel? Dann ist höchste Eisenbahn für eine grüne Rettungsaktion! Mit den richtigen Pflanzen, wilden Ecken und etwas Mut zur Unordnung wird selbst ein braver Garten zum Vogel-Hotspot.
Wer mehr Vögel im Garten haben will, muss nicht gleich alles umgraben. Schon wenige passende Gehölze, Stauden oder Wildkräuter können einen Garten für Amsel, Meise und viele andere Arten deutlich attraktiver machen. Entscheidend sind drei Dinge: Nahrung, Schutz und Brutplätze. Genau daran fehlt es in vielen aufgeräumten Gärten immer öfter – und deshalb wird es dort auch immer stiller.
Wie bekomme ich mehr Vögel in meinen Garten?
Wer wieder Leben, Flattern und Gesang im Grünen haben will, sollte vor allem auf das richtige Futterangebot setzen. Wie NABU informiert, sind dabei heimische Pflanzen besonders wichtig, weil sie Früchte, Samen oder Insekten liefern. Als echte Vogelmagneten gelten fruchttragende Gehölze wie Birnbaum, Kornelkirsche, Schlehe, Schwarzer Holunder, Vogelbeere und Weißdorn. Sie versorgen viele Arten im Jahresverlauf mit Nahrung und machen den Garten schnell deutlich interessanter für gefiederte Besucher.
Noch besser wird es, wenn der Garten nicht geschniegelt und gestriegelt wirkt, weiß BUND. Falllaub und heruntergefallene Früchte sollten im Idealfall liegen bleiben, denn sie schaffen zusätzliche Lebensräume für Insekten – und die stehen bei vielen Vögeln auf dem Speiseplan. Auch einzelne Sträucher, Wildpflanzen oder ungemähte Ecken können schon dafür sorgen, dass ein Garten plötzlich viel attraktiver für Vögel wird.
Diese Dinge kann man tun, um den heimischen Garten für Vögel attraktiver zu machen:
- Heimische, fruchttragende Gehölze pflanzen – zum Beispiel Birnbaum, Kornelkirsche, Schlehe, Schwarzer Holunder, Vogelbeere oder Weißdorn, denn sie liefern vielen Vogelarten Nahrung
- Falllaub und Früchte liegen lassen – unter Blättern und zwischen Fallobst finden Vögel und Insekten Nahrung
- Wilde Ecken zulassen – ungemähte Bereiche, Hecken, Gräser, Brennnesseln, Disteln oder Natternkopf fördern das Nahrungsangebot erheblich
- Blumenwiese anlegen – Fruchtstände vieler Blumen und Gräser bieten Nahrung, außerdem finden insektenfressende Vögel dort viele Kleinlebewesen
- Wildkräuter wachsen lassen – etwa Löwenzahn, Vogelmiere oder Wegerich, die kaum Pflege brauchen und Körnerfresser mit Samen versorgen
- Stauden erst nach dem Winter schneiden – Samenstände von Flockenblumen, Disteln oder Wilder Karde bleiben so im Herbst und Winter als Futterquelle erhalten
- Auf Pestizide verzichten – viele Gartenvögel füttern ihre Jungen mit Insekten; Chemie schadet dieser wichtigen Nahrungsquelle
- Alte Bäume und Höhlen erhalten – besonders alte Obstbäume bieten natürliche Nistplätze und Lebensraum für viele Tiere
- Nistkästen aufhängen, wenn natürliche Höhlen oder Gebäudenischen fehlen
- Wasser anbieten – flache Gefäße als Vogeltränke helfen beim Trinken und Baden, besonders in Trockenzeiten
Wie kann ich Vögel in meinen Garten locken?
Vögel kommen nicht nur wegen des Futters, sondern auch wegen Schutz und Brutplätzen. Begrünte Hauswände können dabei echte Geheimwaffen sein: Dichte Kletterpflanzen schützen vor Wetter und Feinden und eignen sich als Nistplatz. Geeignet sind unter anderem Kriechrose, Efeu, Gartengeißblatt, Waldrebe und Wilder Wein. Auch Mauern und Fassaden mit Kletterpflanzen bieten Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten – vorausgesetzt, Mauerwerk und Putz sind in gutem Zustand.
Zusätzlich helfen Wildkräuter und stehen gelassene Samenstände enorm. Laut BUND reicht es oft schon, bestimmte Pflanzen einfach wachsen zu lassen. Löwenzahn, Vogelmiere oder Wegerich entstehen oft von selbst und liefern Samen für Körnerfresser. Auch Stauden wie Flockenblumen, Disteln oder Wilde Karde sollten erst nach dem Winter zurückgeschnitten werden, damit ihre Samenstände im Herbst und Winter als wichtige Nahrungsquelle erhalten bleiben. Bis Hecken und Bäume groß genug sind, um Brutplätze zu bieten, sind Nistkästen zudem eine wertvolle Zwischenlösung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum sind in meinem Garten plötzlich keine Vögel mehr?
Wenn es im Garten auf einmal verdächtig still wird, ist oft zu viel Ordnung der Grund. Wo Schottergärten, sterile Rasenflächen und ausgeräumte Beete dominieren, fehlt vielen Vogelarten schlicht die Lebensgrundlage. In vielen aufgeräumten Gärten gibt es immer weniger Samen, Früchte, Insekten und geschützte Bereiche. Gerade in Siedlungen leiden Vögel außerdem darunter, dass Brachen oder Kleingärten verschwinden und damit wichtige Lebensräume verloren gehen.
Hinzu kommt: Viele Vogelarten ernähren sich nicht nur von Samen und Früchten, sondern auch von Blattläusen, Raupen, Spinnen oder Regenwürmern. Besonders während der Jungenaufzucht bringen Gartenvögel täglich Hunderte bis Tausende Insekten ans Nest. Wer Pestizide einsetzt, nimmt ihnen damit eine entscheidende Nahrungsquelle. Die gute Nachricht: Schon kleine Änderungen können viel bewirken – ein paar heimische Sträucher, wilde Ecken, liegen gelassenes Laub, ungemähte Bereiche und chemiefreies Gärtnern machen aus einem stillen Garten wieder ein lebendiges Vogelparadies.
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |