Urlaubsfahrt mit E-Auto: So klappt Laden und Bezahlen unterwegs
- Urlaubsfahrt mit E-Auto. Ladeinfrastruktur und Bezahlen im In- und Ausland im Überblick.
- Foto: ADAC Hessen-Thüringen e.V.
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Urlaub mit E-Auto. Eine entspannte Urlaubsfahrt gelingt, wenn Ladepunkte und Bezahlmöglichkeiten vorab geprüft werden und die Route realistisch nach Reichweite und Ladepausen geplant ist.
Für viele ist das Laden zu Hause oder am Arbeitsplatz längst Routine. Auf der langen Strecke Richtung Urlaubsort ändern sich die Rahmenbedingungen aber, weil Ladeinfrastruktur und Tarife je nach Region deutlich variieren können.
Der ADAC Hessen-Thüringen e.V. ordnet dazu ein, dass die Reichweite vieler Modelle in den letzten Jahren spürbar gestiegen ist. Laut Technikexperte Piero Scazzi sind für viele Fahrzeuge Strecken von rund 400 Kilometern grundsätzlich machbar. Entscheidend bleibt, ob unterwegs und am Ziel ausreichend passende Ladepunkte verfügbar sind.
Wie gut ist die Ladeinfrastruktur auf der Strecke und am Urlaubsort
Innerhalb Deutschlands gibt es laut ADAC aktuell fast 200.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Mehr als 15.000 davon stehen in Hessen. Vor allem in Ballungsräumen und entlang der Hauptreiserouten sind Ladesäulen weit verbreitet. In ländlichen Regionen ist der Ausbau vielerorts vorangekommen, aber nicht überall flächendeckend abgeschlossen.
Im europäischen Vergleich nennt der ADAC die Niederlande als besonders gut ausgestattet. In manchen Regionen gibt es dort mehr als 200 Ladepunkte pro 100 Straßenkilometer. Ebenfalls sehr gute Bedingungen werden für Luxemburg, Norwegen, Schweden, Dänemark und die Schweiz beschrieben.
Weniger dicht kann es nach Einschätzung des ADAC werden, wenn die Reise Richtung Süd- oder Osteuropa führt. Je nach Region kann die Verfügbarkeit deutlich schwanken. Eine europaweite Übersicht stellt der ADAC unter adac.de bereit.
Praxispunkte, die bei der Urlaubsfahrt wirklich zählen
Im Vergleich zum Verbrenner braucht eine E-Auto-Urlaubsfahrt laut ADAC meist etwas mehr Vorbereitung. Praktisch relevant sind vor allem diese Punkte:
- Route mit Ladehalten so planen, dass sie zur realistischen Reichweite des eigenen Modells passt.
- Am Urlaubsziel vorab prüfen, ob es in der Nähe öffentlich zugängliche Ladepunkte gibt.
- Bezahlmöglichkeiten klären und sicherstellen, dass Ladekarte oder Lade-App im Reiseland nutzbar ist, zum Beispiel über Roaming-Abkommen.
- Ad-hoc-Laden als Ausweichoption einplanen, wenn keine passende Karte vorhanden ist.
Beim Bezahlen lohnt der genaue Blick. Viele Betreiber bieten eine sogenannte Ad-hoc-Bezahlmöglichkeit an. Dann funktioniert das Laden auch ohne Ladekarte, etwa nach Registrierung per Smartphone oder per Kreditkarte. Der Tarif ist dabei häufig teurer, die Nutzung kann aber entscheidend sein, wenn unterwegs kurzfristig eine Ladelösung gebraucht wird.
Eine zusätzliche Einordnung liefert eine laufende Untersuchung des ADAC Hessen-Thüringen gemeinsam mit Studierenden der Frankfurt University of Applied Sciences. Autofahrer können dort Erfahrungen und Erwartungen zur Urlaubsfahrt mit E-Auto teilen. Die Teilnahme ist über survey.questionstar.com/Urlaub-mit-E-Auto möglich.
Unterm Strich wird die Reise mit dem ersten eigenen E-Auto vor allem dann planbar, wenn Ladeinfrastruktur und Bezahlwege vor dem Start so gewählt sind, dass sie auch außerhalb der gewohnten Alltagsroutine funktionieren. [red]
Autor:Thorsten Kornmann aus Karlsruhe |