Unkraut aus Fugen entfernen ohne Chemie: Die besten Tricks für saubere Pflastersteine
- Mit einem Fugenkratzer lässt sich Unkraut samt Wurzel gezielt aus Pflasterfugen entfernen.
- Foto: Thorsten Kornmann
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Unkraut aus Pflasterfugen entfernen. Grüne Fugen sehen auf den ersten Blick idyllisch aus, werden auf Terrasse, Hof oder Gartenweg aber schnell zum Ärgernis. Mit der richtigen Methode lässt sich Unkraut effektiv entfernen und mit etwas Pflege deutlich länger fernhalten.
Zwischen Pflastersteinen finden Wildkräuter beste Bedingungen: etwas Erde, Feuchtigkeit und genügend Licht reichen oft schon aus. Chemische Unkrautvernichter sind auf privaten versiegelten Flächen wie Wegen und Terrassen jedoch tabu. Umso wichtiger sind mechanische und thermische Methoden sowie eine sorgfältige Nachbehandlung.
Welches Hausmittel hilft gegen Unkraut in den Fugen?
Als einfachstes Hausmittel gegen Unkraut in Fugen gilt laut Hornbach heißes, ungesalzenes Wasser. Kochendes Wasser schädigt die Pflanzenzellen, sodass die unerwünschten Kräuter eingehen. Anschließend können die welken Pflanzenreste mit Besen, Fugenbürste oder Fugenkratzer entfernt werden. Gut daran ist, das heiße Wasser kann nach dem Kochen ohnehin übrig sein.
Diese Hausmittel helfen gegen Unkraut in Pflasterfugen
- heißes, ungesalzenes Wasser
- Fugenkratzer und Fugenbürste
- Hochdruckreiniger
- Abflammgerät beziehungsweise Unkrautbrenner
- zugelassene Essig-Grundstoffe für den vorgesehenen Anwendungsbereich
Nicht geeignet sind dagegen Salz, Salzwasser, Natron, Soda, Spülmittel, Waschpulver oder andere Mischungen aus dem Haushalt. Sie können Boden, Pflanzen und Gewässer belasten. Ihr Einsatz zur Unkrautbekämpfung ist nicht empfehlenswert und teilweise verboten.
Kann man mit Essigessenz Unkraut vernichten?
Essigessenz wirkt zwar stark sauer und kann Pflanzenteile schädigen. Als frei gemischtes Hausmittel zur Unkrautvernichtung auf Pflaster, Terrasse oder Gehweg sollte sie dennoch nicht eingesetzt werden. Nach dem Pflanzenschutzgesetz sind auf versiegelten Flächen klassische Unkrautvernichtungsmittel verboten, weil die Wirkstoffe über Abfluss und Kanalisation in Gewässer gelangen können. Bei Verstößen können Bußgelder drohen.
Eine Ausnahme können ausdrücklich zugelassene Produkte auf Basis eines sogenannten Grundstoffs Essig darstellen – allerdings nur, wenn sie genau nach Etikett und Zulassung verwendet werden. Ein als Lebensmittel gekauftes Essigprodukt oder konzentrierte Essigessenz ist nicht automatisch ein zulässiges Mittel für Pflasterfugen. Daher gilt: Produktkennzeichnung beachten und im Zweifel lieber auf heißes Wasser, Kratzen oder Bürsten setzen.
Unkraut aus Fugen richtig entfernen
Am dauerhaftesten gelingt die Entfernung, wenn Unkraut frühzeitig bekämpft wird. Also bevor lange Wurzeln und Samen entstehen. Laut Compo lässt sich bei leicht feuchtem Boden lässt sich die gesamte Pflanze meist besser aus der Fuge ziehen als bei extremer Trockenheit oder Nässe.
- Fugen anfeuchten: Der Boden sollte leicht feucht, aber nicht matschig sein.
- Pflanzen samt Wurzel lösen: Mit Fugenkratzer, Messer oder einer stabilen Fugenbürste tief in die Fuge gehen.
- Unkraut herausziehen: Gelöste Pflanzen und Wurzelreste vollständig entfernen.
- Bei Bedarf heißes Wasser einsetzen: Kleine Reste mit ungesalzenem Kochwasser übergießen und nach dem Welken abfegen.
- Fugen nachfüllen: Fehlenden Fugensand ergänzen und fest einkehren. So bleibt weniger Platz für neue Samen.
- Regelmäßig kontrollieren: Junge Keimlinge sofort entfernen – das spart später viel Arbeit.
Ein Hochdruckreiniger kann Fugen ebenfalls säubern, spült allerdings häufig auch Sand aus. Danach ist das Auffüllen der Fugen besonders wichtig. Ein Abflammgerät entfernt oberirdische Pflanzenteile, erreicht die Wurzeln aber oft nicht vollständig; außerdem können Hitze und offenes Feuer Pflaster, angrenzende Beete oder Gehölze beschädigen.
Was vernichtet Unkraut dauerhaft?
Keine Methode verhindert Unkraut für immer. Samen werden durch Wind, Regen, Schuhe und Tiere immer wieder neu in die Fugen getragen. Dauerhaft im Sinne von „lange Ruhe“ entsteht vor allem durch die Kombination aus gründlichem Entfernen der Wurzeln, regelmäßigem Nacharbeiten und gut gefüllten Fugen.
Nach dem Jäten sollte Fugensand nachgefüllt werden. Dichte, stabile Fugen lassen weniger Raum für Erde und Keimlinge. Wer sich mit etwas Grün zwischen den Steinen anfreunden kann, kann alternativ robuste, niedrig wachsende Pflanzen wie Sand-Thymian oder Mauerpfeffer einsetzen. Sie besetzen den Platz und erschweren es vielen unerwünschten Kräutern, sich anzusiedeln.
compo.de
Wie bekomme ich Unkraut dauerhaft aus meinen Pflasterstein-Fugen?
Für ein möglichst lang anhaltendes Ergebnis ist der richtige Zeitpunkt entscheidend. Kleine Pflanzen ohne tiefes Wurzelwerk lassen sich schnell und nahezu vollständig entfernen. Sobald Unkraut blüht, verteilt es Samen und die nächste Generation wartet praktisch schon in der Fuge. Regelmäßiges Entfernen vor der Blüte reduziert den Druck deshalb deutlich.
Am besten funktioniert eine feste Routine: Fugen alle paar Wochen kontrollieren, junge Triebe auskratzen, Pflanzenreste entsorgen und ausgewaschenen Sand ergänzen. In Kombination mit heißem Wasser bei hartnäckigen Resten bleibt die Pflasterfläche langfristig deutlich sauberer – ohne Salz, aggressive Hausmittel oder verbotene Herbizide.
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |
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