TV über Internet ohne App: Was DVB-I für Zuschauer ändert

DVB-I soll auch mehr Komfort bringen - etwa eine Senderliste für alle linearen Fernsehprogramme, ganz gleich über welchen Empfangsweg. | Foto: dpa
  • DVB-I soll auch mehr Komfort bringen - etwa eine Senderliste für alle linearen Fernsehprogramme, ganz gleich über welchen Empfangsweg.
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  • hochgeladen von Cornelia Bauer

DVB-I Fernsehen. Fernsehen über das Internet soll künftig genauso einfach funktionieren wie klassischer Empfang über Satellit, Kabel oder Antenne. Der neue Standard DVB‑I bündelt verschiedene Empfangswege und zeigt Programme direkt im Fernseher an, ohne dass dafür einzelne Streaming‑Apps gestartet werden müssen.

Bisher gibt es für lineares Fernsehen mehrere technische Standards. DVB‑S steht für Satellitenempfang, DVB‑C für Kabel und DVB‑T für Antennenfernsehen. Mit DVB‑I kommt ein weiterer Standard hinzu. Er steht für digitales Fernsehen über das Internet.

Internetfernsehen existiert bereits seit Jahren, etwa über IPTV‑Dienste, Streaming‑Sticks oder Apps auf Smart‑TVs. Der Unterschied bei DVB‑I liegt im gemeinsamen technischen Rahmen. Ziel ist ein interoperabler Standard, der klassisches Fernsehen über das Internet direkt in die Geräte integriert.

Fernseher zeigt Programme aus verschiedenen Empfangswegen gemeinsam an

Für Fernseher bedeutet das laut Deutscher TV‑Plattform, dass Programme aus unterschiedlichen Quellen in einer gemeinsamen Senderliste erscheinen können. Zuschauer sehen also nicht mehr getrennt, ob ein Sender über Antenne, Kabel, Satellit oder Internet kommt.

Der Standard soll außerdem automatisch einen anderen Empfangsweg wählen können, wenn ein Signal gestört ist. Fällt beispielsweise der Antennenempfang aus, könnte derselbe Sender über das Internet weiterlaufen. Auch Pay‑TV‑Programme lassen sich technisch in diese Struktur einbinden.

Nicht nur Fernseher können DVB‑I nutzen

DVB‑I ist nicht auf klassische Fernsehgeräte beschränkt. Hersteller können auch andere Geräte mit Internetanschluss zertifizieren lassen, wenn ein entsprechender Media‑Player integriert ist.

Dazu zählen unter anderem:

  • Set‑Top‑Boxen
  • Streaming‑Sticks
  • Smartphones und Tablets
  • PCs und Laptops

Der neue Standard dürfte zunächst vor allem in neu verkauften Geräten auftauchen. In einigen Fällen könnte DVB‑I auch per Firmware‑Update nachgerüstet werden. Ein offizieller Starttermin steht noch nicht fest. Nach Einschätzungen aus der Branche könnte die Einführung jedoch bereits gegen Ende des Jahres beginnen.

Damit könnte Fernsehen über Internet künftig stärker wie klassisches lineares TV funktionieren, nur mit mehr Flexibilität bei der Wahl des Empfangswegs. dpa/red

Autor:

Sarah Isele aus Mannheim-Nord

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