Temu-Sonnencremes im Labor durchgefallen: 6 Produkte schützen nicht vor UV-Strahlung

Auf der Online-Plattform Temu gibt es Sonnencremes zu kaufen, die jedoch nicht vor UV-Strahlung schützen. | Foto: kanako/stock.adobe.com
  • Auf der Online-Plattform Temu gibt es Sonnencremes zu kaufen, die jedoch nicht vor UV-Strahlung schützen.
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Alarmierender Verdacht bei Billig-Sonnencremes. Eine Laboranalyse zeigt, dass mehrere über Temu verkaufte Produkte offenbar keinen UV-Schutz bieten. Betroffen sind sechs Sonnencremes mit teils extrem hohem Lichtschutzfaktor. Erst nach Anfrage wurden sie von der Plattform entfernt.

Sonnencreme soll die Haut vor Schäden, vorzeitiger Alterung und im schlimmsten Fall vor Hautkrebs schützen. Umso brisanter ist eine aktuelle Laboranalyse, über die ÖKO-TEST berichtet: Sechs Sonnencremes, die unter anderem über die Online-Plattform Temu verkauft wurden, enthielten demnach keine UV-absorbierenden Moleküle und können somit keinen wirksamen Schutz vor UV-Strahlung bieten.

Laborergebnis schockiert: Kein UV-Schutz trotz hoher SPF-Angaben

Schon ab einem UV-Index von 3 drohen Hautschäden. Sichtbar wird das oft zuerst durch Sonnenbrand, doch auch DNA-Schäden durch UV-Strahlung sind möglich. Genau deshalb ist verlässlicher Sonnenschutz so wichtig – vor allem bei Produkten, die mit hohem oder sogar sehr hohem Lichtschutzfaktor werben.

Laut ÖKO-TEST wurden im vergangenen Oktober von einem großen deutschen Unternehmen stichprobenartig sechs verschiedene Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor bei Temu eingekauft und analysiert. Anschließend wurde Öko-Test die Daten zur Verfügung gestellt. Das erschreckende Ergebnis: In allen getesteten Fällen konnte kein wirksamer UV-Schutz nachgewiesen werden.

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6 Sonnencremes von Billig-Plattform bieten keinen nötigen UV-Schutz

Für die Untersuchung kamen zwei Verfahren zum Einsatz: eine In-vitro-Messung zur UV-Durchlässigkeit und eine HPLC-Analyse, die klären sollte, welche UV-Filter enthalten sind. Das Ergebnis: Die Produkte enthielten keine UV-absorbierenden Moleküle. 

Betroffen sind laut ÖKO-TEST folgende Produkte:

  • SUMAX SPF 100
  • ICVC Sun Stick SPF 50
  • Sadoer Collagen Whitening Sunscreen SPF 50+
  • Ouhoe Sunblock Cream SPF 50
  • Miss Factor X Sun Careen Moisturising 85+
  • Maycheer Sunscreen Cream SPF 90

Einige dieser Produkte deklarierten auf der Verpackung sogar UV-Filter, die laut Analyse jedoch offenbar nicht in wirksamer Form enthalten waren beziehungsweise keinen nachweisbaren Schutz lieferten.

Nach Angaben von Temu wurden die betroffenen Sonnenschutzprodukte inzwischen von der Plattform entfernt. Sie würden nun unabhängig getestet. Außerdem habe der Anbieter den Verkauf ähnlicher Produkte bis zur weiteren Prüfung ausgesetzt.

Hersteller teils kaum rückverfolgbar

ÖKO-TEST zufolge war die Rückverfolgbarkeit der Produkte teils schwierig. Bei „Miss Faktor X“ waren demnach weder Hersteller noch Kontaktdaten auf der Verpackung angegeben. Bei den übrigen Produkten war zwar ein Hersteller genannt, aber keine Kontaktmöglichkeit. Auf Anfragen habe es keine inhaltlichen Rückmeldungen gegeben; in einem Fall sei die E-Mail sogar unzustellbar gewesen.

Wer jetzt denkt, das Problem sei mit der Entfernung bei Temu erledigt, irrt. Laut ÖKO-TEST wurden einzelne der betroffenen Produkte auch bei Aliexpress gefunden. Auf Alibaba seien sogar vier der sechs auffälligen Sonnencremes angeboten worden.

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Verbraucherzentrale warnt vor Billigangeboten

Auch die Verbraucherzentrale warnt laut ÖKO-TEST davor, dass die niedrigen Preise auf Plattformen wie Temu mit geringerer Produktqualität und -sicherheit einhergehen können. Gerade bei Produkten wie Sonnencreme, auf deren Schutzwirkung sich Verbraucher unmittelbar verlassen, ist das ein ernstes Warnsignal.

Wer Sonnencreme online kauft, sollte besonders vorsichtig sein – vor allem bei auffallend günstigen Angeboten, unrealistisch hohen Lichtschutzfaktoren und unklaren Herstellerangaben. Bei Sonnenschutz sollte nicht allein der Preis entscheiden. Denn wenn die Creme keinen UV-Schutz bietet, drohen schwere gesundheitliche Folgen.

Autor:

Sarah Isele aus Mannheim-Nord

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