Erdflöhe bekämpfen: Die besten Sofort-Tricks gegen Lochfraß an Jungpflanzen
- Erdflöhe sind kleine schwarze Käfer, die rasant Beetpflanzen auffressen
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Erdflöhe bekämpfen. Über Nacht sind Radieschen- oder Rucola-Blätter plötzlich voller winziger Löcher und die Täter sind kaum zu sehen. Erdflöhe springen blitzschnell weg, doch ihr „Fensterfraß“ verrät sie. Mit ein paar einfachen Maßnahmen lässt sich der Befall oft schnell stoppen, bevor Sämlinge schlappmachen.
Im Frühjahr reicht manchmal eine kurze trocken-warme Phase, und im Beet geht das große Knabbern los. Erdflöhe wirken harmlos, sind aber für Jungpflanzen und zartes Blattgemüse ein echtes Problem – besonders im Gewächshaus oder im Frühbeet. Wer das Schadbild früh erkennt und die Bedingungen im Beet clever verändert, nimmt den Käfern Tempo und Appetit.
Was sind Erdflöhe?
Erdflöhe sind keine Flöhe, sondern winzige Blattkäfer (Psylliodes) aus der Familie der Blattkäfer, erklärt Mein schöner Garten. Sie werden meist etwa 1,5 bis drei Millimeter groß (teils auch etwas größer beschrieben) und fallen vor allem durch ihre kräftigen Sprungbeine auf: Bei Störung hüpfen sie wie kleine Flummis davon.
Ihr Jahresablauf erklärt, warum der Schaden oft plötzlich da ist: Mit warmen, frühlingshaften Temperaturen werden Erdflöhe aktiv und legen Eier in kleine Erdlöcher oder an Pflanzenteile. Nach rund zehn Tagen schlüpfen Larven, die zunächst an feinen Wurzeln fressen (meist ohne sichtbare Folgen). Ab Juni bis August schlüpfen neue Käfer. Dann entsteht durch ihren Fraß an jungen Blättern der typische „Fensterfraß“.
- So sehen Pflanzenblätter aus, die von Erdflöhen angefressen wurden.
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Warum kommen Erdflöhe?
Erdflöhe treten besonders gern bei trocken-warmer Witterung auf – dann sind sie aktiv, vermehren sich gut und der Befall fällt besonders stark aus. Vor allem im April und Mai können überwinternde Käfer in großer Zahl auftreten und junge Pflanzen sichtbar schädigen.
Außerdem mögen Erdflöhe ruhige, dunkle Bereiche im Beet. Unkraut, wenig Bodenbewegung und trockene Erde spielen ihnen in die Karten. Überwinterungsplätze finden sie im Boden, in Hecken, unter Pflanzenresten sowie in Laub- und Mulchschichten oder Holz- und Steinhaufen – dadurch startet die Saison oft direkt mit „Vorrat“.
Welche Pflanzen befallen Erdflöhe?
Erdflöhe befallen häufig und gerne Kreuzblütler: Radieschen, Rettich, Rucola, Brokkoli, Kohlarten und Kohlrabi stehen ganz oben auf dem Speiseplan. Vor allem Sämlinge und Jungpflanzen sind gefährdet. Im Frühbeet oder Gewächshaus können frisch ausgesäte Kohlpflanzen bei starkem Befall sogar komplett eingehen.
- Wer Erdflöhe in seinem Garten oder Beet entdeckt, sollte schnell handeln und diese bekämpfen
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Auch Nachtschattengewächse werden befallen, zum Beispiel Kartoffeln sowie Tomaten, Paprika und Auberginen. Seltener tauchen Erdflöhe an Zierpflanzen (etwa kreuzblütlerartige Zierarten wie Gänsekresse, Steinkraut, Duftsteinrich) auf. Dann wirken die Blätter oft regelrecht durchsiebt.
Was kann man gegen Erdflöhe machen?
Der wichtigste Hebel ist, Erdflöhen die Lieblingsbedingungen zu nehmen: Sie mögen es trocken – deshalb hilft regelmäßiges Gießen, damit der Boden gleichmäßig feucht bleibt. Eine Mulchschicht, zum Beispiel Rasenschnitt rund um Kohlgewächse, im Gewächshaus auch Spinatblätter, hält die Feuchtigkeit im Boden und macht das Beet deutlich unattraktiver.
Zusätzlich wirkt alles, was „Unruhe“ reinbringt. Hacken und Lockern stört die Verpuppung im Boden, und Unkraut entfernen nimmt Nahrung und Verstecke. Jungpflanzen und Aussaaten lassen sich mit engmaschigem Insektenschutznetz oder Vlies vor zufliegenden Käfern schützen. Mischkultur gilt ebenfalls als starkes Prinzip, dabei zählen Spinat und Salat als besonders hilfreiche Partner zwischen gefährdeten Kulturen.
Kurz & wirksam (Checkliste):
- Boden feucht halten (gerade in trocken-warmen Phasen)
- Mulchen (Rasenschnitt; im Gewächshaus auch Spinatblätter)
- Regelmäßig hacken/lockern und Unkraut entfernen
- Insektenschutznetz/Vlies über Jungpflanzen und Aussaaten
- Mischkultur: Spinat oder Salat zwischen Kreuzblütler setzen
- Nützlinge fördern (z. B. Laub- und Raubkäfer, Igel, Spitzmäuse, gegen die Brut die Fadenwürmer Nematoden oder Schlupfwespen)
Effektiv bekämpfen: Wie werde ich Erdflöhe schnell los?
Schnell heißt: sofort den Zuflug stoppen und gleichzeitig den Druck im Beet senken. Praktisch funktioniert das am schnellsten über gründlich wässern, mulchen und empfindliche Reihen direkt mit Netz oder Vlies abdecken. So bekommen geschwächte Sämlinge Zeit, kräftiger zu werden.
Für die akute Abwehr eignen sich außerdem mehrere Hausmittel und natürliche Tricks: Knoblauch und Zwiebeln können als Beetpartner gesetzt werden, weil Erdflöhe den Geruch meiden. Außerdem funktioniert beides als Sud zum Spritzen. Dazu die Knollen auskochen, abkühlen lassen und dann auf betroffene Pflanzen sprühen.
Ebenfalls zur natürlichen Abwehr eignet sich Pflanzenjauche aus Rainfarn oder Wermut. Sud oder Jauche aus Ackerschachtelhalm stärkt die Blätter durch den hohen Kieselsäuregehalt. Auch Brennesseljauche als Dünger kann die Pflanze stärken. Der Geruch der Jauche hilft ebenfalls die Biester zu vertreiben.
Und wer die Blätter „trocken“ behandeln möchte, kann sie mit Gesteinsmehl oder Algenkalk bestäuben. Bei starkem, hartnäckigem Befall können auch Leimstreifen/Klebefallen helfen, etwa ein mit Raupenleim bestrichenes Brett zwischen den Reihen, auf dem die springenden Käfer kleben bleiben.
- So sehen Pflanzenblätter aus, die von Erdflöhen angefressen wurden.
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Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |
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