Studie: E-Auto-Batterien sind nach dem Leasing oft noch bei 95,5 Prozent
- Auswertung von 7300 Elektro-Leasingrückläufern: durchschnittlicher Batterie-SoH laut Ayvens 95,5 Prozent bei rund 55.000 Kilometern.
- Foto: Ayvens_Getty Images/Ayvens - ALD AutoLeasing D GmbH -
- hochgeladen von Wochenblatt Redaktion
Verbraucher: Wer ein gebrauchtes Elektroauto ins Auge fasst, sorgt sich oft vor allem um die Batterie – und damit um Reichweite und teure Reparaturen. Nach Angaben des Leasinganbieters Ayvens lag der durchschnittliche Batterie-Gesundheitszustand bei ausgewerteten Leasingrückläufern bei 95,5 Prozent – trotz im Schnitt rund 55.000 Kilometern Laufleistung.
Ayvens teilte am Dienstag, 20. Oktober, mit, dafür knapp 7300 Elektro-Leasingrückläufer in Deutschland geprüft zu haben. Untersucht wurde der sogenannte State of Health (SoH), also die verbleibende Batteriekapazität im Vergleich zum Neuzustand in Prozent.
Ein wichtiger Punkt für Käufer: Laut Ayvens erhalten die zum Verkauf stehenden gebrauchten Elektroautos des Unternehmens ein SoH-Zertifikat des Prüfunternehmens AVILOO. Das soll beim Gebrauchtwagenkauf mehr Transparenz schaffen, weil die Batterie zu den wertbestimmenden Komponenten zählt.
Was die SoH-Zahl beim Gebrauchtkauf bedeutet
Der SoH-Wert beschreibt, wie viel Kapazität die Hochvoltbatterie im Vergleich zum Neuzustand noch hat. Ein durchschnittlicher Wert von 95,5 Prozent bedeutet nicht automatisch, dass jedes einzelne Fahrzeug so gut abschneidet – er ist ein Mittelwert aus den getesteten Rückläufern. Für den konkreten Kauf bleibt daher entscheidend, dass ein individueller Batteriebericht bzw. ein Zertifikat zum einzelnen Auto vorliegt.
Neben dem Batteriezustand nennt Ayvens als Gründe für die wachsende Attraktivität gebrauchter E-Autos unter anderem den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur sowie tendenziell niedrigere Wartungskosten im Vergleich zu Verbrennern. Außerdem verweist das Unternehmen auf mögliche Einnahmen aus der THG-Quote, von der auch Halter reiner Elektrofahrzeuge profitieren können.
Auch beim Absatz sieht Ayvens eine Verschiebung: In der internen Auswertung der meistverkauften Gebrauchtmodelle für 2026 liegt mit dem Polestar 2 erstmals ein reines Elektroauto unter den Top 3 (Anteil: neun Prozent, Platz drei). Auf Platz eins und zwei stehen laut Ayvens der Ford Kuga Plug-in-Hybrid (23 Prozent) und der Ford Focus (16 Prozent); außerdem ist der Hyundai KONA EV auf Platz neun vertreten.
Unterm Strich liefert die Auswertung vor allem ein Signal für den Gebrauchtmarkt: Wer ein E-Auto gebraucht kauft, kann den Batteriezustand zunehmend messbar prüfen lassen – und muss sich weniger auf Bauchgefühl oder pauschale Befürchtungen verlassen. [red]
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |