Stress im Job senken: Warum zu genaue Planung frustriert
- Dafür habe ich jetzt eigentlich keine Zeit! Wer seinen Tag supergenau plant, ist oft frustrierter, wenn eine ungeplante Sache alles sprengt.
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Arbeitsstress reduzieren. Ein detaillierter Plan für den Arbeitstag kann helfen. Er kann aber auch Frust auslösen, wenn wichtige Aufgaben unerledigt bleiben. Studien zeigen, dass besonders strikte Planung den Stress erhöht, sobald der Tag anders verläuft als gedacht.
Der Kalender ist abgestimmt, die To-do-Liste priorisiert. Dann kommen ein ungeplantes Meeting oder ein dringendes Telefonat dazwischen und am Ende des Tages bleibt die wichtigste Aufgabe liegen. Gerade wer sehr genau geplant hat, erlebt in solchen Situationen oft mehr Frust.
Der Grund liegt laut Psychologie in den Erwartungen. Wer Ziele detailliert festlegt, rechnet stärker damit, sie auch zu erreichen. Wenn das nicht gelingt, wird das Scheitern eher persönlich bewertet. Das verstärkt Stress und negative Gefühle.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung von Nina Trenz Komann aus der Arbeitsgruppe Organisations- und Wirtschaftspsychologie der Technischen Universität Darmstadt. Für eine Studie wurden 192 Beschäftigte aus verschiedenen Branchen über fünf Tage hinweg jeweils zweimal täglich befragt.
Das Ergebnis: An Tagen mit erreichten Zielen senkte Planung den wahrgenommenen Stress. Wurden Ziele verfehlt, berichteten vor allem diejenigen von höherem Stress, die ihren Tag besonders detailliert geplant hatten.
Planung bleibt sinnvoll, wenn sie realistisch bleibt
Planung gilt weiterhin als hilfreich für produktive und strukturierte Arbeitstage. Entscheidend ist laut Trenz Komann, wie konkret und flexibel geplant wird. Im Fachportal «Wirtschaftspsychologie aktuell» empfiehlt sie, Aufgaben zu priorisieren und ihnen feste Zeitfenster zuzuordnen.
- Mails bearbeiten von 14 bis 15 Uhr
- Präsentationsfolien überarbeiten von 16 bis 18 Uhr
- Wichtige Aufgaben zuerst erledigen
Auch sogenannte Wenn-dann-Pläne können helfen. Sie legen fest, wann eine Handlung beginnt. Ein Beispiel: "Wenn ich aus der Mittagspause komme, dann setze ich mich sofort an die Folien."
Backup-Pläne helfen bei Unterbrechungen
Im Arbeitsalltag lassen sich Störungen selten komplett vermeiden. Deshalb kann es sinnvoll sein, von Anfang an Ausweichmöglichkeiten einzuplanen. Wer weiß, dass am Abend noch eine ruhige Stunde verfügbar ist, kann unerwartete Unterbrechungen leichter ausgleichen.
Wenn Aufgaben trotzdem liegen bleiben, kann ein Perspektivwechsel helfen. Statt nur auf unerledigte Punkte zu schauen, kann auch bewertet werden, welche Teilschritte gelungen sind und welche Erfahrungen daraus entstehen. Solche Strategien der Emotionsregulation können helfen, Stress im Arbeitsalltag besser einzuordnen. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |