Stinkwanzen im Haus loswerden: Dieser einfache Trick entfernt sie ohne Gestank

Charmant, aber geruchsintensiv: Diese Herbstgäste ziehen besser wieder aus. | Foto: Sophia/stock.adobe.com
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Stinkwanzen im Haus loswerden. Im Herbst tauchen Stinkwanzen plötzlich an Fenstern, Wänden und Vorhängen auf. Die Tiere sind zwar harmlos, können bei Stress aber ein unangenehm riechendes Sekret absondern. Verständlich also, dass man die Wanzen schnell loswerden will.

Wenn die Temperaturen draußen sinken, suchen viele Wanzen einen geschützten Platz für den Winter und landen dabei häufig in Wohnungen und Häusern. Gefährlich sind die Tiere nicht. Sie beißen nicht, übertragen keine Krankheiten und verursachen in der Regel keine Schäden. Trotzdem möchten die meisten Menschen sie nicht als Mitbewohner haben, zumal einige Arten bei Bedrohung stark riechendes Abwehrsekret abgeben.

Warum hat man Wanzen im Haus?

Wanzen kommen nicht wegen mangelnder Sauberkeit, Essensresten oder schlechter Hygiene in die Wohnung. Laut Öko-Test suchen im Spätsommer und Herbst ausgewachsene Tiere schlicht ein trockenes, geschütztes Winterquartier. Sie gelangen durch gekippte Fenster, offene Türen, Rollladenkästen, Dachböden sowie kleine Spalten in Fensterrahmen oder Fassaden ins Haus.

Besonders an sonnigen Hauswänden sammeln sich Wanzen häufig, bevor sie durch undichte Stellen hineinkriechen. Wer einzelne Tiere entdeckt, muss deshalb nicht befürchten, dass sich sofort eine Kolonie in der Wohnung bildet, denn meist suchen die Tiere lediglich einen Platz zum Überwintern.

Stinkwanze in der Wohnung: Ist das ein Warnsignal?

Eine Stinkwanze in der Wohnung ist kein Warnsignal für Ungeziefer, Schmutz oder eine Gefahr für Menschen. Sie zeigt jedoch, dass es am Haus mögliche Zugänge für die Tiere gibt. Etwa undichte Fenster, Ritzen oder Öffnungen am Rollladenkasten.

Zugleich ist die Wohnung für Wanzen kein ideales Winterquartier. In beheizten Räumen ist es oft zu warm, sodass die Tiere ihre Winterruhe nicht richtig halten können und ihre Energiereserven schneller verbrauchen. Ein geschützter Platz im Freien ist daher die bessere Lösung.

Wanzen aus dem Haus bekommen: Der Glas-Papier-Trick

Die einfachste und tierfreundlichste Methode funktioniert mit zwei Dingen, die fast jeder zu Hause hat:

  1. Ein Glas vorsichtig über die Wanze stülpen.
  2. Ein festes Blatt Papier oder eine Postkarte unter die Glasöffnung schieben.
  3. Das Glas festhalten und nach draußen tragen.
  4. Die Wanze an einem geschützten Ort absetzen – idealerweise nahe an Sträuchern, Laub oder einer Hecke.

So vermeidet man, dass das Tier sich bedroht fühlt und sein Abwehrsekret freisetzt. Genau diese Methode empfiehlt auch Öko-Test.

Harmlose Stinker: Diese Wanzen sind für uns Menschen ungefährlich, riechen aber fies, wenn sie in Gefahr sind - deshalb vorsichtig nach draußen bugsieren. | Foto: Uli Deck/dpa/dpa-mag
  • Harmlose Stinker: Diese Wanzen sind für uns Menschen ungefährlich, riechen aber fies, wenn sie in Gefahr sind - deshalb vorsichtig nach draußen bugsieren.
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Wanzen nicht zerdrücken oder aufsaugen

Wer auf eine Wanze tritt oder sie mit der Hand zerquetscht, riskiert den typischen, intensiven Geruch. Viele Baumwanzen setzen bei Gefahr ein Sekret frei, das je nach Art scharf, korianderartig oder chemisch riechen kann.

Auch der Staubsauger ist keine gute Idee. Die Tiere können im Beutel oder Behälter sterben und dabei ebenfalls Sekret absondern. Der Geruch kann anschließend beim nächsten Saugen wieder austreten. Falls eine Wanze doch eingesaugt wurde, sollte ein Staubsaugerbeutel möglichst zeitnah entsorgt werden.

Was mögen Wanzen gar nicht?

Wanzen lassen sich nicht zuverlässig mit Duftstoffen oder Hausmitteln vertreiben. Mischungen aus Essig und Spülmittel werden zwar oft empfohlen, eine ausreichende abschreckende Wirkung ist aber nicht belegt.

Was den Tieren den Zugang tatsächlich erschwert:

  • Fliegengitter an Fenstern, Balkon- und Terrassentüren
  • Abgedichtete Ritzen und Spalten an Fenstern, Türen und Rollladenkästen
  • Fenster und Türen möglichst geschlossen halten, wenn sich viele Wanzen an der Fassade sammeln
  • Kaminholz, Pflanzenkübel oder Kisten vor dem Hereinholen kontrollieren und zunächst in Garage oder Flur zwischenlagern

Fliegengitter können helfen, sind aber nicht immer ein vollständiger Schutz: Wanzen finden oft selbst kleinste undichte Stellen am Haus. Deshalb ist das Abdichten von Rahmen, Rollladenkästen und anderen Öffnungen besonders wichtig.

Keine Chemie nötig: Warum Wanzen nützlicher sind, als viele denken

Bei einzelnen Wanzen in der Wohnung sind Insektensprays unnötig. Chemische Mittel belasten zudem Menschen, Haustiere und Umwelt und sind bei harmlosen Überwinterungsgästen unverhältnismäßig.

Draußen erfüllen Wanzen wichtige Aufgaben im Ökosystem. Sie dienen Vögeln und anderen Tieren als Nahrung. Manche Arten sind zudem an der Bestäubung beteiligt oder verwerten organisches Material. Wer sie behutsam einfängt und aussetzt, verhindert unangenehme Gerüche im Haushalt und hilft den Tieren zugleich, ein geeigneteres Winterquartier zu finden.

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Harmlose Stinker: Diese Wanzen sind für uns Menschen ungefährlich, riechen aber fies, wenn sie in Gefahr sind - deshalb vorsichtig nach draußen bugsieren. | Foto: Uli Deck/dpa/dpa-mag
Autor:

Sarah Isele aus Mannheim-Nord

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