Städtetag in Mainz: 72 Stunden für Ausfälle vorsorgen
- Die geschäftsführenden Direktoren des Städtetags Rheinland-Pfalz, Lisa Diener und Michael Bleidt, geben Tipps für die Vorbereitung auf hybride Bedrohungen.
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Mainz. Private Haushalte und Betriebe sollten sich nach Ansicht des rheinland-pfälzischen Städtetags für mindestens 72 Stunden selbst versorgen können, falls Strom, Heizung oder andere wichtige Dienste ausfallen. So könne sich der Katastrophenschutz im Ernstfall auf seine Kernaufgaben konzentrieren.
Die geschäftsführende Direktorin des Städtetags Rheinland-Pfalz, Lisa Diener, regte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur an, die Vorbereitung auf sogenannte hybride Bedrohungen wieder stärker zu thematisieren. Dazu zählen etwa längere Stromausfälle und Hackerangriffe auf kritische Infrastruktur.
Geschäftsführer Michael Bleidt verwies darauf, dass das Thema zu Beginn des Ukraine-Kriegs intensiv diskutiert worden sei, später aber wieder in den Hintergrund gerückt sei. Im Winter 2022/23 hatte eine Gasmangellage gedroht. In vielen öffentlichen Gebäuden wurde damals weniger geheizt.
BBK empfiehlt Vorräte für bis zu zehn Tage
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt privaten Haushalten laut Städtetag, Lebensmittel und Trinkwasser für bis zu zehn Tage vorzuhalten. Wichtig sei auch, zu wissen, wie bei einem längeren Ausfall von Strom, Wärme, Internet oder Trinkwasser gehandelt werden sollte.
Besonders im Winter könne ein Stromausfall viele Menschen treffen, sagte Bleidt. In Neubauten und sanierten Altbauten sei die Wärmeversorgung häufig von Wärmepumpen abhängig. Fallen zudem Supermärkte aus, könne auch die Versorgung mit Lebensmitteln beeinträchtigt sein. Als Beispiel verwies der Städtetag auf eine Cyberattacke in Frankreich, die Kühlanlagen mehrerer großer Lebensmittelhandelsketten gestört habe.
Checklisten und Sirenensignale kennen
Für die eigene Vorbereitung verweist der Städtetag auf Materialien und Checklisten des BBK. Dazu gehören insbesondere:
- Vorräte an Essen und Trinkwasser für einen begrenzten Zeitraum
- Kenntnisse über die Bedeutung unterschiedlicher Sirenentöne
- Informationen zu örtlichen Anlaufstellen bei einem längeren Ausfall
Diener betonte, dass Städte bereits an der zivilen Alarmplanung arbeiteten und ältere Strukturen reaktivierten. Einige Kommunen informierten in Notfall-Broschüren über sogenannte Leuchttürme. Diese Anlaufstellen können etwa zum Aufwärmen oder zum Laden von Mobiltelefonen dienen. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |