Spinnen in der Wohnung: Darum tauchen sie im Herbst plötzlich überall auf
- Sinkende Temperaturen und offene Fenster führen dazu, dass Hauswinkelspinnen, Zitterspinnen und Co. häufiger in Wohnungen auftauchen.
- Foto: Laura Lüttmann
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Spinnen in der Wohnung. Wenn draußen die Tage kürzer werden und die Temperaturen fallen, beginnt auch in vielen Wohnungen die Spinnenzeit. Besonders Ende September und Anfang Oktober scheinen die Achtbeiner plötzlich in jeder Ecke zu sitzen. Doch nicht jede Spinne ist tatsächlich auf Wohnungssuche.
Der Herbst bringt sinkende Temperaturen und mehr Luftfeuchtigkeit. Das lockt nicht nur Menschen in die warme Wohnung. Hausspinnen finden in unseren Heimen Beute, während andere Arten eher zufällig durch offene Fenster oder Türen hineingeraten. Die meisten heimischen Spinnen sind harmlos und mit ein paar einfachen Maßnahmen lässt sich der Besuch deutlich reduzieren.
In welchem Monat kommen die meisten Spinnen ins Haus?
Die klassische Zeit für Spinnen in Wohnungen ist der Spätsommer und Herbst. Besonders Ende September und Anfang Oktober werden sie auffälliger. Draußen verändern sich Temperatur und Feuchtigkeit, und viele Arten sind, laut Nabu, ausgewachsen, auf Partnersuche oder folgen ihrer Beute in Gebäude. Hauswinkelspinnen und Zitterspinnen gehören zu den Arten, die sich in Häusern besonders wohlfühlen können.
Es kann allerdings auch schon im Sommer zum Spinnenalarm kommen. Heiße, trockene Perioden führen dazu, dass Fenster und Türen länger offen bleiben. Dann gelangen Mücken, Fliegen und Falter ins Haus. Natürlich folgen Spinnen dann dem reich gedeckten Insektenbuffet.
Wieso habe ich so viele Spinnen in der Wohnung?
Wo viele kleine Insekten unterwegs sind, sind Spinnen nicht weit. Sie ernähren sich räuberisch von Mücken, Fliegen, Motten und anderen Kleintieren. Offene Fenster bei eingeschaltetem Licht, feuchte Kellerräume, Nischen, Ritzen und ruhige Ecken bieten ihnen deshalb ideale Bedingungen für Jagd und Versteck.
Dabei ist nicht jede Spinne im Haus ein echter Mitbewohner. Einige Arten haben sich an Gebäude angepasst und leben dort ganzjährig. Andere verirren sich nur hinein, etwa Kreuzspinnen, Herbstspinnen oder Zebraspringspinnen. Gerade diese Freiluftarten leiden jedoch unter trockener Heizungsluft und können in beheizten Räumen vertrocknen.
Welche Spinnen kommen in die Wohnung?
In deutschen Wohnungen tauchen meist nur wenige der rund 1.000 heimischen Spinnenarten regelmäßig auf. Besonders bekannt ist die Hauswinkelspinne: groß, dunkel, behaart und schnell – aber für Menschen in der Regel ungefährlich. Auch die zart wirkende Zitterspinne gehört zu den häufigen Hausgästen und jagt sogar andere Spinnen.
Diese Spinnenarten sind in Wohnungen, Kellern oder an Hauswänden besonders häufig anzutreffen:
- Hauswinkelspinne: typische, größere Hausspinne; lebt gern in Ecken und Winkeln
- Große Zitterspinne: lange, dünne Beine; sitzt oft in Raumecken oder im Bad
- Springspinnen: kleine, aktive Jäger mit auffälligen großen Augen
- Zebraspringspinne: winzig und oft an Hauswänden, gelegentlich auch drinnen unterwegs
- Kreuzspinnen: bauen ihre Netze eher draußen vor Fenstern, auf Balkonen oder in Gärten
- Herbstspinnen: verirren sich im Herbst häufiger ins Haus
- Nosferatu-Spinne: inzwischen verbreitet, meist harmlos; ihr Biss ist selten und für die meisten Menschen etwa mit einem Insektenstich vergleichbar
- Um Spinnen aus dem Haus zu vertreiben, kann die regelmäßige Entfernung von Spinnennetzen lohnenswert sein.
- Foto: Eva Bender
- hochgeladen von Sarah Isele
Was tun gegen Spinnen in der Wohnung?
Um Spinnen aus der Wohnung zu vertreiben ist die wirksamste Strategie beginnt die Nahrung. Weniger Insekten im Haus bedeuten meist auch weniger Spinnen. Fliegengitter an Fenstern und Terrassentüren halten viele ungebetene Gäste ab. Wird bei offenem Fenster das Licht reduziert, zieht das zudem weniger Mücken und Falter an. Kellerfenster, Ritzen und andere mögliche Zugänge lassen sich abdichten.
Diese Maßnahmen helfen dabei, Spinnen möglichst tierfreundlich aus dem Haus zu vertreiben oder fernzuhalten:
- Fliegengitter an Fenstern und Türen anbringen
- Licht bei geöffneten Fenstern ausschalten oder reduzieren
- Kellerfenster und kleine Ritzen abdichten
- Spinnweben regelmäßig entfernen
- Verstecke wie Kartons, Gerümpel oder lange ungenutzte Ecken aufräumen
- Einzelne Spinnen mit einem Glas und einem Stück Papier einfangen und nach draußen setzen
- Bei starker Spinnenangst einen mechanischen Spinnenfänger verwenden
Staubsauger, Zeitung oder Pantoffel sind keine gute Lösung. Fachleute raten davon ab, denn die Tiere werden dadurch nicht unbedingt sofort getötet und können unnötig leiden. Ein Glas über die Spinne, Papier darunter und ab nach draußen: Das ist die schnelle, saubere und deutlich freundlichere Herbstlösung.
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |
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