Sommerkleidung in Rheinland-Pfalz: Das gilt im Dom
- Mit nacktem Oberkörper und Hut bleibt oft nur der Fernblick auf den Mainzer Dom. (Archivbild)
- Foto: Andreas Arnold/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Rheinland-Pfalz. Wer bei Hitze einen Dom oder eine Kirche besucht, muss in Rheinland-Pfalz meist keinen festen Dresscode beachten. Ganz beliebig ist Sommermode in Sakralräumen aber nicht. Anfragen der Deutschen Presse-Agentur bei großen Kirchen zeigen: Kleidung und Verhalten sollen zur Würde des Ortes passen.
Mainz: Sommerlich ist erlaubt, oben ohne nicht
Im Mainzer Dom gibt es nach Angaben von Domdekan Henning Priesel keine Hinweistafel mit Kleidervorschriften. Die Domaufsichten sollen bei sehr knapper Kleidung das Gespräch suchen, bei Frauen und Männern gleichermaßen. Wer mit freiem Oberkörper oder Bikini-Oberteil kommt, muss damit rechnen, angesprochen zu werden. In solchen Fällen kann auch die Bitte folgen, den Dom zu verlassen.
Solche Situationen seien selten, betont Priesel. Grundsätzlich sei sommerliche Kleidung kein Problem. Auch schmale Träger und freie Schultern würden in den meisten Fällen akzeptiert.
Verhalten sorgt häufiger für Hinweise
Nach Angaben des Domdekans geht es in Mainz deutlich öfter um Verhalten als um Kleidung. Dazu gehören laute Akklamationen, selbstdarstellerisches Auftreten, nicht abgenommene Basecaps sowie Essen und Trinken im Sakralraum. Die Aufsichten wiesen zunächst freundlich, aber bestimmt auf die Regeln hin. Wer keine Einsicht zeige, könne aufgefordert werden, den Dom zu verlassen.
Trier und Speyer setzen auf Respekt
Auch im Trierer Dom gibt es laut Bistum keine festen Kleidervorschriften. Willkommen seien alle, ob zum Gebet, aus Interesse an der Kunst oder als Touristen. Erwartet werde aber ein Verhalten, das dem sakralen Raum angemessen ist. Bei nacktem Oberkörper oder sehr freizügiger Kleidung werde freundlich das Gespräch gesucht. In der Regel lasse sich die Situation unkompliziert lösen.
Im Speyerer Dom ist nach Angaben von Domdekan Georg Müller ebenfalls jeder Besucher willkommen. Voraussetzung sei, dass Verhalten und Kleidung die Würde des von der Unesco geschützten Ortes respektieren. Eine Grenze sei erreicht, wenn Kleidung oder ihr Fehlen andere Menschen belästige oder gezielt provoziere.
Worms hält Tücher für Besucher bereit
Der Wormser Dom verzichtet ebenfalls auf detaillierte Kleidervorgaben. Besucher sollten eine der Würde des Doms angemessene Bekleidung tragen. Propst Tobias Schäfer sagt, das Dompersonal solle großzügig reagieren. Für den Fall der Fälle liegen Tücher bereit, mit denen etwa nackte Schultern bedeckt werden können.
Knapp sitzende Bikershorts und hautenge Shirts von Fahrradpilgern seien nicht unbedingt klassische Domkleidung, hätten aber auch mit aktueller Mode zu tun. Deshalb sei deswegen noch niemandem der Zugang verweigert worden. Bei Grenzfällen suche das Personal zunächst freundlich das Gespräch. Zudem bleibe der Wormser Dom auch bei großer Hitze mit 25 bis maximal 26 Grad ein kühler Ort.
Was Besucher daraus ableiten können
Eine landesweit einheitliche Kleiderordnung gibt es in den großen Kirchen nicht. Praktisch gilt aber eine einfache Orientierung:
- Sommerliche Kleidung ist meist kein Problem.
- Freier Oberkörper oder sehr knappe Kleidung kann zu einer Ansprache führen.
- Essen, Trinken, lautes Verhalten und Basecaps sorgen häufiger für Hinweise.
- Respekt vor dem Ort ist wichtiger als eine starre Zentimeter-Regel.
Wer unsicher ist, kann leichte Kleidung mit einem Tuch oder einer dünnen Jacke kombinieren. So bleibt der Besuch auch bei Hitze unkompliziert. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |