Sicherheitslage in Baden-Württemberg: Weniger Gewalt in Bus und Bahn
- Die Deutsche Bahn setzt stark auf Bodycams für mehr Sicherheit in ihren Zügen. (Archivbild)
- Foto: Uwe Anspach/dpa
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Stuttgart. Fahrgäste im Nahverkehr in Baden-Württemberg sind laut aktueller Statistik zuletzt etwas seltener Opfer von Gewalt und Aggression geworden.
Trotz einzelner schwerer Vorfälle im Südwesten zeigt die Bilanz für Busse, Bahnen, Bahnhöfe und Haltestellen insgesamt nach unten. Das Verkehrsministerium verweist auf einen Rückgang bei Straftaten und Aggressionsdelikten im öffentlichen Nahverkehr.
Weniger Opfer und weniger Straftaten
Nach Angaben des Ministeriums erfasste die Polizei im Jahr 2025 landesweit 302 Opfer von Aggressionsdelikten gegen Fahrgäste. Das waren gut zehn Prozent weniger als im Vorjahr. Auch Beschäftigte in Zügen wurden etwas seltener Opfer von Bedrohungen oder Körperverletzungen.
Insgesamt registrierte die Polizei 76.779 Straftaten im ÖPNV-Umfeld, also etwa an Bahnhöfen, in Zügen und Bussen, an Haltestellen oder an Gleisanlagen. Das entspricht einem Rückgang von knapp elf Prozent gegenüber 2024. Besonders stark sank die Zahl ausländerrechtlicher Verstöße. Auch die Fälle von Schwarzfahren gingen laut Statistik um 18,4 Prozent zurück.
So sicher fühlen sich Fahrgäste
Nach Qualitätserhebungen des Landes bewerten Fahrgäste die Sicherheit an Bahnhöfen im Schnitt mit der Note 1,9. Die Sicherheit im Zug erhielt die Note 2,42. Nach Darstellung des Ministeriums liegt dieser Wert nur minimal unter dem Niveau von vor fünf Jahren.
Das Ministerium von Verkehrsministerin Nicole Razavi bewertet die Entwicklung deshalb als relativ positiv. Zugleich sieht das Haus weiteren Verbesserungsbedarf und kündigt an, sich weiter für mehr Sicherheit in Zügen und an Bahnhöfen einzusetzen.
Wie Beschäftigte mit Konflikten umgehen
Im Arbeitsalltag erleben nicht alle Zugbegleiter regelmäßig gefährliche Situationen. Der Kundenbetreuer Patrick Bleichner, der seit drei Jahren im Regionalverkehr für Arverio arbeitet, berichtet von eher seltenen brenzligen Momenten. Größere Probleme oder gar einen Angriff habe er in dieser Zeit nicht erlebt.
Arverio setzt nach Angaben des Unternehmens vor allem auf Deeskalation und geschulte Kommunikation. Kundenbetreuer würden darauf vorbereitet, auch heikle Fahrkartenkontrollen möglichst ruhig und ohne Eskalation zu lösen.
- Deeskalation: Mitarbeiter werden für Sprache, Auftreten und Konfliktvermeidung geschult.
- Bodycams: Arverio will ab Freitag, 1. Januar verschiedene Modelle erproben.
- Sicherheitskräfte: In Zügen von Arverio und DB sind zu bestimmten Zeiten zusätzliche Sicherheitsmitarbeiter im Einsatz.
DB setzt bereits auf Bodycams
Die Deutsche Bahn nutzt Bodycams bereits seit längerem. Nach Angaben eines Sprechers wirken die Kameras schon durch ihre sichtbare Nutzung deeskalierend. Wo Beschäftigte mit Bodycam unterwegs seien, gingen Vorfälle gegen Kolleginnen und Kollegen gegen null. In Baden-Württemberg tragen demnach 35 Prozent der Kundenbetreuer die Geräte freiwillig.
Im Rhein-Neckar-Raum will die DB ab Donnerstag, 1. Oktober zusätzlich eine Tonaufnahme-Funktion bei Bodycams testen. Damit sollen auch verbale Attacken dokumentiert und angezeigt werden können. Nach der Testphase ist ein breiterer Einsatz vorgesehen.
Verkehrsministerin Razavi betont dabei den Schutz des Personals. „Keine Fahrkartenkontrolle ist es wert, dass jemand verletzt wird.“ dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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