Sicher spenden nach Nepal: So kommt Hilfe verlässlich an
- Mit Bedacht auswählen, wohin das Geld geht: Spenden an anerkannte Organisationen helfen Betroffenen.
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Sicher spenden nach Nepal. Wer nach der Sturzflut im Himalaya helfen will, kann Spenden mit einem einfachen Check gezielt an seriöse Organisationen geben. Entscheidend ist, ob die Hilfsorganisation im Katastrophengebiet arbeitet, dort Partner hat und transparent mit Geld umgeht.
Nach der durch einen Gletscherabbruch ausgelösten Sturzflut in Nepal ist die Betroffenheit auch in Deutschland groß. Die Zahl der Todesopfer liegt inzwischen bei weit über 1.000 Menschen, Tausende werden noch vermisst. Zerstört wurden unter anderem Häuser, Kraftwerke, Brücken und Straßen.
Für Spenderinnen und Spender ist damit vor allem eine Frage wichtig: Welche Organisation kann vor Ort tatsächlich wirksam helfen? Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen, kurz DZI, verweist auf eine Liste mit Organisationen, die im Katastrophengebiet tätig sind oder dort arbeitende Partner unterstützen.
DZI-Siegel erleichtert die Auswahl seriöser Hilfe
Die in der DZI-Liste genannten Organisationen tragen das DZI-Spenden-Siegel. Es gilt als Hinweis darauf, dass eine Organisation als besonders förderungswürdig eingestuft wurde. In der Übersicht finden sich neben den Namen auch Adressen und Kontoverbindungen.
Wer selbst eine Organisation prüfen möchte, kann sich an mehreren Kriterien orientieren. Wichtig ist vor allem, dass die Organisation die Lage vor Ort kennt, mit Behörden und anderen Hilfswerken vernetzt ist und Hilfe nicht erst unter großem Aufwand aufbauen muss.
- Kompetenz prüfen: Sinnvoll sind Organisationen mit Erfahrung in Nepal oder mit belastbaren Partnerstrukturen im Katastrophengebiet.
- Geld statt Sachspenden wählen: Geldspenden lassen sich meist flexibler einsetzen, besonders wenn sie nicht eng zweckgebunden sind.
- Nicht vorschnell überweisen: Bei großen Katastrophen treten auch Trittbrettfahrer auf. Ein Blick auf Siegel, Transparenzberichte und Kontaktdaten senkt das Risiko.
- Social-Media-Aufrufe genau prüfen: Bei Spendenkonten in sozialen Netzwerken gibt es laut DZI keine verlässlichen Auswahlmechanismen. Aufrufe von Privatpersonen oder Firmen sollten nur bei persönlichem Vertrauen berücksichtigt werden.
Sachspenden lohnen sich nur in Ausnahmefällen
Kleidung, Decken oder Lebensmittel wirken im ersten Moment naheliegend. Für Hilfsorganisationen können Sachspenden aber teuer und aufwendig werden, wenn Transport, Zoll, Lagerung und Verteilung organisiert werden müssen. Deshalb sind Sachgüter nach DZI-Einschätzung nur sinnvoll, wenn seriöse Organisationen ausdrücklich darum bitten.
Auch Bitten von persönlich bekannten Betroffenen können ein Grund sein, Sachspenden zu erwägen. Dann muss aber gesichert sein, dass der Transport wirklich funktioniert und die Güter vor Ort gebraucht werden.
Spenden können die Steuerlast senken
Spenden an steuerbegünstigte Organisationen können in der Steuererklärung als Sonderausgaben eingetragen werden. Absetzbar sind Spenden bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrags der eigenen Einkünfte.
Bis zu einem Betrag von 300 Euro reicht in der Regel ein Kontoauszug oder ein Online-Zahlungsbeleg als Nachweis. Bei höheren Beträgen wird häufig eine Zuwendungsbestätigung der Empfängerorganisation benötigt. In Katastrophenfällen akzeptieren Finanzämter teils vereinfachte Nachweise.
Praktisch bedeutet das: Am sichersten ist eine Spende an eine geprüfte Organisation mit klarer Katastrophenhilfe, nachvollziehbarer Kontoverbindung und möglichst wenig Zweckbindung. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |