Schulweg planen: Warum ein Umweg oft die sicherere Wahl ist
- Sicherer Schulweg: Route mit sicheren Querungen planen und realistisch üben.
- Foto: HUK-COBURG
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Sicherer Schulweg. Der sicherste Weg zur Schule ist oft nicht der kürzeste, weil Ampeln, Zebrastreifen oder Schülerlotsen gefährliche Querungen deutlich entschärfen können.
Gerade nach den Sommerferien sind morgens viele Kinder gleichzeitig unterwegs. Laut Statistischem Bundesamt passieren Unfälle mit Kindern im Straßenverkehr besonders häufig am frühen Morgen zwischen 7 und 8 Uhr sowie ab Mittag, wenn die Schule aus ist.
Die HUK-COBURG weist in einer aktuellen Medieninformation darauf hin, dass ein kleiner Umweg sinnvoll sein kann, wenn dadurch Straßen an geregelten Übergängen überquert werden. Für die Routenplanung kann das Schulweg-Portal https://www.schulwege.de/ helfen, das gefährliche Bereiche in die Berechnung einbezieht.
Route planen und den Alltag testen
Für Familien mit Erstklässlern kann es helfen, den Weg gemeinsam festzulegen und mehrfach abzulaufen. Entscheidend ist weniger Tempo, sondern Routine an den kritischen Stellen.
- Die Route so wählen, dass möglichst an Ampeln, Zebrastreifen oder mit Schülerlotsen überquert wird.
- Wichtiges Detail am Bordstein: Kinder sollten mit Abstand zum fließenden Verkehr stehen bleiben.
- Vor dem Überqueren Blickkontakt zum Autofahrer suchen, um sicherzugehen, dass das Fahrzeug wirklich anhält.
- Unter realen Bedingungen üben, also morgens zum Schulbeginn und mittags zum Schulende.
Das Portal schulwege.de berechnet laut Betreiber eine möglichst sichere Route auf Basis bekannter Gefahrenbereiche. In die Erkennung fließen unter anderem polizeiliche Unfalldaten sowie Meldungen von Verkehrsteilnehmern ein. Zusätzlich stellt die HUK-COBURG nach eigenen Angaben aggregierte und anonymisierte Hinweise aus ihrem Telematik-Tarif bereit, den über 800.000 Kundinnen und Kunden nutzen. Diese Daten können auffällige Stellen im Verkehr sichtbar machen.
Was Autofahrer einplanen sollten
Kinder können die Komplexität des Straßenverkehrs oft noch nicht zuverlässig einschätzen, besonders bei Geschwindigkeiten und Entfernungen. Entsprechend gilt im Umfeld von Schulen, Kindergärten und in verkehrsberuhigten Bereichen ein besonders defensiver Fahrstil: beide Straßenseiten im Blick behalten und jederzeit bremsbereit sein.
Haftung bei Unfällen: Grundregeln in Kürze
Der Gesetzgeber berücksichtigt, dass Kinder im Straßenverkehr schnell überfordert sein können. Deshalb haften Kinder für Schäden, die sie Dritten bei einem Verkehrsunfall fahrlässig zufügen, laut HUK-COBURG grundsätzlich erst ab dem zehnten Geburtstag.
Für Autofahrer kann das weitreichend sein. Werden sie in einen Unfall mit einem nicht deliktsfähigen Kind verwickelt, kann eine Haftung unabhängig von der Schuldfrage im Raum stehen.
Bei Kindern über zehn Jahren hängt die Haftung davon ab, ob sie die nötige Einsichtsfähigkeit hatten. Zusätzlich kommt es auf das konkrete Verhalten in der Situation an und darauf, ob korrektes Verhalten in diesem Moment überhaupt erwartet werden konnte.
Praktisch heißt das vor allem: Ein Schulweg, der an den entscheidenden Stellen sicherer ist, reduziert Stress und Risiko im Alltag, auch wenn er ein paar Minuten länger dauert.
Autor:Meike Jakob aus Landau |