Rettungstraining in Saarbrücken: Schüler üben Hilfe am Wasser
- Zum Abschluss des Wasserrettungstags an der Saar versammeln sich Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 7 und 9 gemeinsam mit Vertretern von DLRG, Johannitern, Berufsfeuerwehr, Politik und weiteren Partnern zum Gruppenfoto.
- Foto: Laszlo Pinter/dpa
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Saarbrücken. Große Hitze treibt viele Menschen an Flüsse, Seen und Freibäder. Damit steigt auch das Risiko für Badeunfälle und Hitzenotfälle. Wie in solchen Situationen richtig geholfen werden kann, haben Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule Bruchwiese in Saarbrücken kurz vor den Sommerferien bei einem besonderen Training gelernt.
Rund 30 Jugendliche aus den Klassenstufen 7 und 9 übten am Leinpfad nahe der Berliner Promenade praktische Grundlagen der Wasserrettung und Ersten Hilfe. Unterstützt wurden sie von Einsatzkräften der Deutschen Lebens Rettungs Gesellschaft, der Johanniter Unfall Hilfe und der Berufsfeuerwehr Saarbrücken.
Blaulichtfach seit einem Jahr an der Schule
Die Übungen sind Teil des sogenannten Blaulicht und Zivilschutzfachs. Das Schulfach existiert seit rund einem Jahr. Ziel ist es, Gefahren früh zu erkennen, im Notfall richtig zu handeln und sich selbst nicht zu gefährden.
Im Stationstraining probierten die Jugendlichen verschiedene Rettungsmittel aus. Dazu gehörten Rettungsringe, Wurfleinen und Rettungsbälle. Außerdem lernten sie den Umgang mit Rettungswesten und erhielten Einblicke in die Arbeit von Einsatztauchern sowie in Rettungseinsätze auf dem Wasser.
Lehrerin Stephanie Lade, Initiatorin des Projekts, betonte einen zentralen Grundsatz. „Das wichtigste Ziel ist, dass die Jugendlichen lernen, sich selbst nicht in Gefahr zu bringen.“ Wer nicht sicher schwimmen kann, soll in einer Notsituation nicht ins Wasser springen, sondern Hilfe rufen und Rettungsmittel einsetzen.
- Ruhe bewahren und laut um Hilfe rufen.
- Rettungsring, Wurfleine oder andere Hilfsmittel einsetzen.
- Notruf absetzen und professionelle Hilfe alarmieren.
- Nur ins Wasser gehen, wenn die eigene Sicherheit gewährleistet ist.
Auch Hitzenotfälle und Erste Hilfe im Unterricht
Neben der Wasserrettung standen auch typische Gesundheitsgefahren im Sommer auf dem Programm. Trainiert wurde Erste Hilfe bei Sonnenstich, Hitzeschlag und Hitzeerschöpfung. Die Jugendlichen übten außerdem den Transport von Verletzten mit sogenannten Spineboards.
Die Inhalte knüpfen an mehrere Unterrichtswochen zum Thema Wassergefahren an. Zuvor hatten sich die Klassen bereits mit Hochwasser, Strömungsrettung und Selbstrettungstechniken beschäftigt. Im Tauchbecken der Berufsfeuerwehr trainierten sie die sogenannte Seestern Lage, mit der erschöpfte Schwimmer über Wasser bleiben können.
Modellprojekt mit Aufmerksamkeit über das Saarland hinaus
Bildungsstaatssekretärin Jessica Heide lobte das Fach als Beispiel für praxisnahen Unterricht. Jugendliche könnten das Gelernte nicht nur im Unterricht anwenden. Auch im Alltag könne dieses Wissen helfen, in Krisensituationen richtig zu reagieren und im Ernstfall Leben zu retten.
Ein aktuelles Beispiel lieferte ein Schüler der siebten Klasse. Er hatte nach Angaben der Schule wenige Tage zuvor mit seinem Schlauchboot einer Person geholfen und ein Tretboot abgeschleppt.
Das Blaulicht und Zivilschutzfach der Gemeinschaftsschule Bruchwiese gilt inzwischen bundesweit als beachtetes Modellprojekt. Feuerwehr, THW, DLRG, Johanniter und weitere Organisationen vermitteln dabei praxisnah Wissen zu Notfällen, Katastrophenschutz und Gefahren des Alltags. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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