Protest in Baden-Württemberg: Referendare im Sommer ohne Geld
- Gewerkschaft GEW protestiert gegen «unwürdige» Sommerarbeitslosigkeit angehender Lehrer.
- Foto: Franziska Kraufmann/dpa
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Stuttgart. Für viele angehende Lehrkräfte in Baden-Württemberg endet das Referendariat vor den Sommerferien mit einer Lücke beim Einkommen. Nach Angaben der Bildungsgewerkschaft GEW sind im Südwesten rund 4.000 Referendarinnen und Referendare betroffen, die nach dem Ende ihrer Ausbildung zunächst arbeitslos sind und erst zum neuen Schuljahr als Lehrkräfte eingestellt werden sollen.
Die GEW hat die Landesregierung deshalb erneut aufgefordert, fertig ausgebildete Lehrkräfte auch in den sechs Wochen Sommerferien zu bezahlen. GEW-Landeschefin Monika Stein erklärte laut Mitteilung, das Land habe zugesagt, die aus Sicht der Gewerkschaft „unwürdige” und bundesweit einmalige Sommerferienarbeitslosigkeit mit dem nächsten Haushaltsplan zu beenden.
Was für Betroffene bisher gilt
Nach Darstellung der Gewerkschaft schließen viele Referendarinnen und Referendare ihre Ausbildung mit dem Ende des Schuljahres ab. Die Einstellung als Lehrkraft erfolgt dann erst mit Beginn des neuen Schuljahres. Dazwischen liegen die Sommerferien, in denen die Betroffenen laut GEW arbeitslos sind.
Das Kultusministerium verweist darauf, dass noch nicht feststehe, wie viele der angehenden Lehrkräfte tatsächlich übernommen werden. Das Einstellungsverfahren läuft nach Ministeriumsangaben noch bis Mittwoch, 30. September.
GEW sieht Nachteil im Wettbewerb um Lehrkräfte
Für die Gewerkschaft ist das Verfahren auch ein Standortnachteil im Wettbewerb um qualifiziertes Personal. Stein verwies dabei auf den Raum Ulm und Neu-Ulm. Wer auf die bayerische Seite wechsle, bekomme die Sommerferien bezahlt. Nach Angaben der GEW gehören die Ferien im Nachbarbundesland zum Referendariat.
Stein bezeichnete es als problematisch, dass ausgerechnet das Land gut ausgebildete Kräfte nach rund sieben Jahren Studium und Ausbildung in die Arbeitslosigkeit schicke. Im Koalitionsvertrag von Grünen und CDU ist vereinbart, die Bezahlung über die Sommerferien zu prüfen, um den Lehrerberuf attraktiver zu machen. Ein Sprecher des Kultusministeriums sagte, Kultusminister Andreas Jung setze sich für eine Lösung ein. Das Thema sei in die laufenden Haushaltsverhandlungen eingebracht worden. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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