Probealarm im Südwesten: Handys warnen um 11 Uhr

Der Probealarm sollte die meisten Handys auch dann erreichen, wenn keine Warnapps installiert sind. (Archivbild) | Foto: Bernd Weißbrod/dpa
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Südwesten. Um 11 Uhr bekommen viele Menschen im Südwesten am Donnerstag, 10. September, eine Warnmeldung aufs Handy, vielerorts heulen zusätzlich Sirenen. Der bundesweite Warntag soll zeigen, ob Warnsysteme in Deutschland zuverlässig funktionieren und ob die Bevölkerung die Signale wahrnimmt.

Die Übung fällt in eine Zeit, in der Sicherheitsbehörden die Lage aufmerksam beobachten. Fachleute stufen die Bedrohungslage in Deutschland als hoch ein. Energieversorger melden abgewehrte Hackerangriffe, über Kasernen und Industrieanlagen werden Drohnen gesichtet, zudem sollen Anschläge möglichst verhindert werden. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sagte, mit dem Risiko von Anschlägen sei jederzeit zu rechnen.

Wann der Probealarm läuft

Die Probewarnung startet um 11 Uhr. Um 11.45 Uhr soll die Entwarnung folgen. Der Bund verschickt dafür einen Warntext über das zentrale Modulare Warnsystem MoWaS. Das System ist satellitengestützt und soll auch dann funktionieren, wenn normale Kommunikationsnetze stark belastet sind.

Zum Einsatz kommt ein Mix verschiedener Warnwege:

  • Cell Broadcast: Warnmeldungen direkt aufs Handy ohne App
  • Warn-Apps: etwa NINA oder Katwarn
  • Medien: Radio, Fernsehen und Internetangebote
  • Kommunale Warnmittel: Sirenen, Lautsprecherwagen und digitale Infotafeln, sofern Städte und Landkreise teilnehmen

Was beim Handy-Alarm neu ist

Erstmals kann beim Warntag auch die Entwarnung per Cell Broadcast auf Handys geschickt werden. Bisher war über diesen Kanal zwar die Warnung möglich, nicht aber die Entwarnung. Die neue Funktion ist seit Ende November verfügbar.

Die Entwarnung wird mit der niedrigsten Warnstufe 3 ausgespielt. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt deshalb, diese Warnstufe auf dem Smartphone zu aktivieren.

Welche Handys Cell Broadcast empfangen

Cell Broadcast ist ein Mobilfunkdienst. Warnmeldungen werden dabei über Mobilfunkzellen an empfangsbereite Geräte in einem bestimmten Gebiet gesendet. Eine Warn-App ist nicht nötig, eine Registrierung ebenfalls nicht.

Grundsätzlich können neuere Geräte die Meldungen empfangen, wenn sie mindestens Android 11 oder iOS 16.1 nutzen. Das Smartphone muss eingeschaltet sein und darf sich nicht im Flugmodus befinden. Auch bei stumm geschalteten Geräten ertönt ein lauter Signalton. Nach Angaben des BBK werden dafür keine personenbezogenen Daten erhoben oder verarbeitet.

Warum nicht überall Sirenen heulen

Nicht alle Kommunen beteiligen sich mit eigenen Warnmitteln am Warntag. Ob Sirenen ausgelöst werden, hängt von der Teilnahme und von der Ausstattung vor Ort ab. Bleibt eine Sirene stumm, bedeutet das deshalb nicht automatisch, dass das Warnsystem versagt hat.

Im Südwesten sollen unter anderem in Karlsruhe, Ulm, Freiburg, Mannheim und Heilbronn Sirenen zu hören sein. In Stuttgart bleibt es dagegen still. Die Landeshauptstadt besitzt keine stationären Sirenen mehr. Früher gab es dort nach Angaben der Stadt rund 380 Anlagen auf Dächern. Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde das Netz aufgegeben, bis 1995 waren alle Sirenen abgebaut. Auch Ludwigsburg und Marbach haben keine Sirenen mehr.

Was die Sirenensignale bedeuten

Der Sirenenalarm beginnt mit einem auf- und abschwellenden Heulton. Im Ernstfall heißt das: Rundfunkgerät einschalten und auf Durchsagen achten. Ein einminütiger Dauerton bedeutet Entwarnung. Beim Warntag ist der Probealarm damit beendet.

Beim ersten bundesweiten Warntag gab es erhebliche Probleme. Die zentrale Warnmeldung kam verspätet an, Warn-Apps funktionierten teils nicht wie vorgesehen, vielerorts waren keine Sirenen zu hören. Der Aktionstag von Bund, Ländern und Kommunen soll solche Schwachstellen sichtbar machen und die Menschen besser auf Warnungen im Ernstfall vorbereiten. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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