Prävention gegen Naturgefahren: So bleibt Versicherung bezahlbar

Starkregen und Hochwasser können Wohngebäude teuer treffen. Der GDV erklärt, warum Prävention mitentscheidet, ob Elementarschutz auf Dauer bezahlbar bleibt. | Foto: mpix-foto/stock.adobe.com
  • Starkregen und Hochwasser können Wohngebäude teuer treffen. Der GDV erklärt, warum Prävention mitentscheidet, ob Elementarschutz auf Dauer bezahlbar bleibt.
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Prävention Naturgefahren Versicherung. Bezahlbarer Schutz vor Starkregen und Hochwasser hängt nicht nur vom Versicherungsvertrag ab, sondern auch davon, wie gut Gebäude und Kommunen Schäden verhindern.

Wer in einer gefährdeten Lage wohnt, merkt das im Alltag oft erst, wenn der Keller nach einem Unwetter voll Wasser läuft oder Rückstau aus der Kanalisation Schäden verursacht. Die praktische Konsequenz ist einfach: Je höher und häufiger die Schäden, desto stärker geraten Beiträge und Bedingungen von Elementarschutz unter Druck.

Darauf weist der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hin und verknüpft die Debatte über Klimaziele mit einer nüchternen Frage für Haushalte: Was wird getan, damit bekannte Risiken nicht immer teurer werden.

Warum Schäden am Ende die Beiträge treiben

Der GDV ordnet ein, dass es bei Klimarisiken selten darum geht, ob ein Risiko grundsätzlich versicherbar ist. Entscheidend sei, ob der Schutz für möglichst viele Menschen dauerhaft bezahlbar bleibt. Steigen Schäden über Jahre, wirkt sich das auf Prämien, Rückversicherung und den Bedarf an staatlicher Unterstützung aus.

Ein Langzeitwert macht die Dimension greifbar. Seit Beginn der GDV-Messungen im Jahr 2002 verursachen Elementarschäden in der Sachversicherung im Durchschnitt rund 2 Milliarden Euro pro Jahr.

Als Beispiel nennt der GDV die Flutkatastrophe im Juli 2021 durch Tief „Bernd“. Dabei wurden rund 206.000 versicherte Schäden gezählt. Der versicherte Gesamtschaden lag bei 8,75 Milliarden Euro.

Was unter Prävention konkret verstanden wird

Versicherung kann finanzielle Folgen abfedern, verhindert aber keinen Schaden. Der GDV beschreibt Prävention als Bündel von Maßnahmen, die Schäden seltener oder kleiner machen. Dazu zählen vor allem bauliche und kommunale Schritte.

  • widerstandsfähigere Gebäude und besserer Gebäudeschutz
  • Rückstausicherungen gegen Wasser aus der Kanalisation
  • Entsiegelung, damit Wasser besser versickern kann
  • Rückhalteflächen und besserer kommunaler Hochwasserschutz
  • Bauplanung und Flächennutzung, die bekannte Risikogebiete nicht weiter verschärfen

Der GDV betont dabei den Zielkonflikt: Wenn in hochgefährdeten Lagen weiter gebaut wird oder Bestandsgebäude nicht angepasst werden, steigen künftige Schäden mit hoher Wahrscheinlichkeit.

Elementarschutz: Verbreitung ist hoch, aber nicht flächendeckend

Für die Einordnung im Alltag ist eine Zahl besonders relevant. Bundesweit sind laut GDV derzeit rund 59 Prozent der Wohngebäude gegen Elementarschäden wie Überschwemmung und Starkregen abgesichert. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass bei einem großen Teil der Gebäude dieser Baustein fehlt, obwohl Wetterextreme tendenziell an Bedeutung gewinnen.

Risikocheck und Systemlösung: Was aktuell diskutiert wird

Der GDV wirbt für einen Ansatz, der Prävention, Risikotransparenz, Versicherungsschutz und staatliche Verantwortung zusammenbringt. Als Modell wird „Elementar Re“ genannt, das Extremrisiken langfristig tragfähig absichern und die Absicherung gegen Naturgefahren verbreitern soll.

Für die Einschätzung eines Standorts verweist der GDV zudem auf seinen Hochwassercheck, der Gefährdungen durch Flusshochwasser und Starkregen sichtbar machen soll: www.gdv.de

Am Ende bleibt als praktische Konsequenz: Je konsequenter Risiken vor Ort reduziert werden, desto eher kann Elementarschutz langfristig bezahlbar bleiben. [red]

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Autor:

Thorsten Kornmann aus Karlsruhe

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