Pilzsaison in Rheinland-Pfalz: Trockene Böden bremsen Sammler
- Derart volle Körbe dürfte es in diesem Jahr bei Pilzsammlern nicht geben. (Symbolbild)
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Rheinland-Pfalz. Wer in Rheinland-Pfalz Ende September Pilze sammeln will, muss wegen trockener Böden mit deutlich weniger Funden rechnen. Die Saison fällt nach Einschätzung von Experten zwar nicht aus, volle Körbe wie in vielen früheren Jahren sind zum Start aber eher unwahrscheinlich.
Warum die Pilze derzeit ausbleiben
Nach Wochen mit wenig Regen ist es nach Einschätzung von Pilzsachverständigen vielerorts noch immer zu trocken. „Es ist im Moment immer noch zu trocken“, sagt Klaus Rödder aus Kradenbach in der Vulkaneifel. Große Hoffnungen für die Hauptsaison vieler essbarer Speisepilze im Oktober macht er sich derzeit nicht.
Der Deutsche Wetterdienst meldete für Rheinland-Pfalz einen deutlich zu trockenen und „außergewöhnlich warmen“ August. Erst in der zweiten Monatshälfte regnete es häufiger. Für Pilze ist das entscheidend, weil der oberirdisch sichtbare Fruchtkörper nur bei ausreichender Feuchtigkeit aus dem Boden sprießt.
Steinpilze gibt es vereinzelt
Ganz aussichtslos ist die Suche nach beliebten Speisepilzen wie dem Steinpilz aber nicht. Der Pilzsachverständige Dr. Till Panter aus Rheinhessen berichtet von ersten Funden, allerdings von „mickrigen Exemplaren mit starkem Trockenschaden“. Auch Wiesenchampignons seien zu finden.
DWD-Karten können bei der Suche helfen
Wer trotz der trockenen Lage sammeln geht, sollte nach Einschätzung von Panter nicht mit zu hohen Erwartungen starten. Hilfreich seien Karten zur Bodenfeuchte beim DWD. Dort lassen sich Messwerte etwa für Kaiserslautern, Worms oder Bad Kreuznach abrufen.
- Bodenfeuchte prüfen: DWD-Karten zeigen, wo Regen, Verdunstung und Feuchtigkeit im Boden zusammenkommen.
- Dürregebiete meiden: Wo schwere oder extreme Dürre ausgewiesen ist, ist laut Panter kaum mit Funden zu rechnen.
- Mehrfach schauen: Nach Regen kann sich die Lage regional ändern, vor allem mit Blick auf den Oktober.
Giftige Doppelgänger bleiben ein Risiko
Auch bei schwacher Ausbeute gelten die bekannten Sicherheitsregeln. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie nennt von rund 14.400 Pilzarten in Deutschland etwa 200 als essbar. Rund 150 Arten gelten als giftig, 10 davon als tödlich giftig.
„Man sollte nur das mitnehmen und essen, was man sicher kennt und bestimmen kann“, betont Panter. Ohne sichere Bestimmung, zum Beispiel durch Fachleute, sollte kein Pilz verzehrt werden. Ob Pilze abgeschnitten oder herausgedreht werden, ist nach Angaben der Fachleute weniger entscheidend. Wichtig ist, sie vorsichtig zu entnehmen, weil an der Stielbasis oft Merkmale für die Bestimmung sitzen.
Korb statt Plastiktüte
Für den Transport empfiehlt Panter einen luftigen Korb. In Plastiktüten können Pilze schnell schwitzen und verderben. „Man sollte Pilze nur so lange herumtragen, wie man rohes Hackfleisch mit sich rumtragen würde“, sagt der Experte. Sehr große und bereits weiche Pilze sollten ebenfalls stehen bleiben, weil sie im Wald noch vorhanden sein können, obwohl sie schon verdorben sind.
Sollte es Ende September und im Oktober häufiger regnen, könnten Sammler doch noch fündig werden, sagt Rödder: „Pilze sind ganz eigene Wesen, sie überraschen einen manchmal.“ [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |