Pflege zu Hause: Pflegeabfälle und Verpackungen richtig entsorgen
- Zu Hause fallen bei der Pflege schnell Windeln, Handschuhe und viele Verpackungen an. Entscheidend ist die Trennung. Benutzte Hygieneartikel in den Restmüll, Verpackungen nach Material in Gelb, Papier oder Glas.
- Foto: netrun78/stock.adobe.com
- hochgeladen von Thorsten Kornmann
Pflegeabfälle entsorgen. Gebrauchte Windeln, Einmalhandschuhe und Inkontinenzprodukte gehören in den Restmüll, die sauberen Verpackungen dagegen in Gelbe Tonne oder Altpapier. So bleibt es hygienisch und Verpackungen können besser recycelt werden.
In immer mehr Haushalten gehören Medikamente sowie Pflege- und Hygieneprodukte zum Alltag. Die Initiative "Mülltrennung wirkt" weist darauf hin, dass vor allem die konsequente Trennung von benutzten Hygieneartikeln und ihren Verpackungen entscheidend ist, damit der Verpackungsabfall nicht verunreinigt.
Wie häufig das Thema geworden ist, zeigt eine Zahl des Statistischen Bundesamts. Ende 2023 wurden rund fünf Millionen pflegebedürftige Menschen, das sind 86 Prozent, zu Hause versorgt. Seit Dezember 2021 ist die Zahl um gut ein Sechstel gestiegen.
Diese Abfälle gehören wohin
- Windeln, Pants, Einwegunterwäsche, Inkontinenzeinlagen, Einmal-Schutzauflagen, Hygienetücher, Einmalhandschuhe: in den Restmüll. Sie dürfen nicht in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack, weil sie Verpackungsabfälle verunreinigen und die Sortierung erschweren.
- Verpackungen aus Kunststoff, zum Beispiel Folien und Flaschen von Pflege- oder Hygieneprodukten: in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack, sofern sie restentleert sind.
- Umverpackungen aus Papier oder Karton, zum Beispiel Schachteln: in die Altpapiertonne.
- Glasverpackungen, zum Beispiel Salbentiegel aus Glas oder Medizingläschen: nach Farben sortiert in die Altglascontainer.
Für den Alltag kann es helfen, benutzte Hygieneprodukte und die dazugehörigen Verpackungen schon im Bad in getrennten Behältern zu sammeln. Das reduziert Gerüche und verhindert, dass Verpackungen später aus hygienischen Gründen doch im Restmüll landen.
Salben, Cremes, Lotionen: Tuben, Tiegel, Sprays
- Aluminium- und Kunststofftuben für Salben, Gele oder Cremes: restentleert in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack.
- Deckel aus anderem Material: abschrauben und getrennt im Verpackungsmüll entsorgen, damit Sortieranlagen die Materialien besser erfassen können.
- Kunststofftiegel, etwa aus der Apotheke: in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack.
- Kunststoffflaschen von Lotionen oder Desinfektionsmitteln sowie Pumpspender aus Kunststoff: in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack.
- Schaum- und Spraydosen aus Aluminium: nur vollständig entleert entsorgen. Unter Druck mit Restinhalt kann es beim Transport oder in Sortieranlagen zu Bränden oder Verpuffungen kommen.
Blister, Beipackzettel, Medikamente und Spritzen
- Blisterverpackungen aus Kunststoff und Aluminium: vollständig entleert in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack.
- Beipackzettel und Kartonverpackungen: ins Altpapier.
- Abgelaufene oder nicht mehr benötigte Medikamente: nicht über Toilette oder Spüle entsorgen, weil Rückstände das Grundwasser belasten können. Die Entsorgung ist regional unterschiedlich geregelt. In vielen Kommunen ist die Restmülltonne möglich, wenn Medikamente in der Verpackung bleiben, sicher verschlossen und im Müllbeutel entsorgt werden.
- Ausnahmen: Unter anderem zahlreiche Asthmasprays oder Krebsmedikamente (Zytostatika) können abweichende Regeln haben. Hinweise stehen im Beipackzettel.
- Rückgabe je nach Kommune: Teilweise nehmen Schadstoffmobile oder Sammelstellen auf Recyclinghöfen Arzneimittel an. Manche Apotheken bieten zusätzlich eine freiwillige Rücknahme.
- Einweg-Injektionsspritzen mit Nadeln: in einem stich- und bruchfesten Behälter sammeln und anschließend sicher über den Restmüll entsorgen.
Für regionale Regeln helfen die kommunalen Abfallberatungen, außerdem bietet die Initiative Informationen unter https://www.muelltrennung-wirkt.de/aktuelles/pressemitteilungen/. Unterm Strich gilt. Benutzte Hygieneartikel bleiben Restmüll, Verpackungen werden nach Material getrennt, damit Hygiene und Recycling zusammen funktionieren. (red)
Autor:Thorsten Kornmann aus Karlsruhe |