Orgasmus leichter erreichen: Was bei Sex wirklich helfen kann
- Kommen klappt nicht? Kein Grund, sich selbst unter Druck zu setzen - vielen geht es ähnlich.
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Orgasmus leichter erreichen. Wenn der Höhepunkt beim Sex ausbleibt, hilft oft ein nüchterner Blick auf Gewohnheiten, Kommunikation und Erregung statt zusätzlicher Druck. Phasen ohne Orgasmus kommen vielen Menschen vor und gelten zunächst nicht als ungewöhnlich.
Entscheidend ist meist nicht nur der Orgasmus selbst, sondern was davor passiert. Wer die eigenen Bedürfnisse besser kennt und sie außerhalb intimer Situationen ansprechen kann, schafft oft die Grundlage für entspannteren und befriedigenderen Sex.
Offene Gespräche entlasten oft mehr als neue Techniken
Scham erschwert Gespräche über Sex, obwohl beide Partner häufig mehr Verständnis und besseren Sex wollen. Ann-Marlene Henning, Sexualtherapeutin aus Flensburg, rät: "Wag' was, sag' was - aber bitte nicht mitten in der sexuellen Situation. Das können nur Fortgeschrittene." Für Gespräche über Intimität brauche es Zeit und Ruhe.
Henning beschreibt, dass dabei oft erst einmal kleine Schritte im Alltag helfen. Sie nennt als Beispiel: "Jetzt sage ich es: Dein Oberteil, das mochte ich noch nie." Gemeint ist, auch bei heiklen Themen zu üben, ehrlich und respektvoll die eigene Wahrnehmung auszusprechen.
Wichtig ist demnach, offen über Bedürfnisse zu reden. Also darüber, was wichtig ist und was sich gut anfühlt. Entspannung und Loslassen gelingen oft eher, wenn sich beide ernst genommen fühlen.
Solo-Sex und Partner-Sex funktionieren nicht immer gleich
Was allein zuverlässig klappt, lässt sich nicht automatisch auf Sex zu zweit übertragen. Henning nennt etwa eine Frau, die nur durch Beine-Überschlagen und intensives Reiben zum Orgasmus kommt, oder einen Mann, der ausschließlich mit visueller Stimulation durch Pornos funktioniert.
Für den Alltag kann es deshalb sinnvoll sein, beim Solo-Sex auch auf Reize zu achten, die sich später gemeinsam umsetzen lassen.
- sanftere Berührungen statt sehr spezieller Bewegungen
- Fantasien statt ausschließlich visueller Reize
- mehr Aufmerksamkeit für das eigene Erregungsmuster
Der Stopp-Trick kann die Erregung deutlicher machen
Als praktische Methode empfiehlt Henning den Stopp-Trick. Er kann beim Solo-Sex und mit Partner angewendet werden, wenn sich die Erregung dem Höhepunkt nähert.
Kurz vor dem Orgasmus wird die Stimulation unterbrochen. Dann hilft es, den Körper zu entspannen, loszulassen und tief durchzuatmen. Danach wird weitergemacht. «Die Erregung wird danach viel deutlicher spürbar», sagt Henning.
Wenn der Orgasmus trotz solcher Ansätze dauerhaft ausbleibt oder körperliche Ursachen vermutet werden, kommen je nach Thema Sexualtherapeuten, Paartherapeuten, Gynäkologen oder Urologen infrage. Entscheidend bleibt die Einordnung, dass guter Sex nicht jedes Mal einen Orgasmus voraussetzt. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |