Nosferatu-Spinne melden: So helfen Tierbeobachtungen der Forschung
- Schwimmender Castor: Die Naturschützer bitten Interessierte, auch den Biber, seine Spuren und seinen Lebensraum zu dokumentieren.
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Naturbeobachtungen melden. Wer Tiere im Garten, im Wald oder auf dem Spaziergang fotografiert und meldet, kann direkt zur Forschung beitragen. Besonders bei Arten wie der Nosferatu-Spinne hilft jede Sichtung dabei, Verbreitung und Verhalten besser zu verstehen.
Die Nosferatu-Spinne fällt durch eine Zeichnung auf dem Rücken auf, die an den Vampir aus dem gleichnamigen Stummfilm erinnert. Fachleute untersuchen derzeit unter anderem, wie sich die aus dem Mittelmeerraum stammende Art in Deutschland ausbreitet und wie ihr Paarungsverhalten abläuft. Auch Fragen wie das mögliche Fressen der Männchen nach der Paarung sind noch nicht abschließend geklärt.
Wer ein Exemplar entdeckt, kann Fotos oder Videos aufnehmen und über das Meldeportal des Projekts Naturgucker beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hochladen. Neben den Bildern werden der Fundort auf einer Karte sowie Datum und Uhrzeit der Beobachtung eingetragen.
Viele Tier- und Pflanzenarten können gemeldet werden
Nicht nur die Nosferatu-Spinne ist für Forschende interessant. Die Plattform sammelt Beobachtungen zu vielen verschiedenen Arten und Naturphänomenen. Dazu gehören unter anderem:
- Feuersalamander
- Eichhörnchen
- Bierschnegel
- Feldsperlinge
- Biber
- Hummeln
- Brennnesseln und ihre Raupen
- Stadtbäume
- Stadtinsekten und Sommerinsekten
- Pflanzenentwicklung im Jahreslauf (Phänologie)
- Naturklänge und Klanglandschaften
- Große Drüsenameise
- Zecken
Solche Meldungen helfen dabei, Bestände und Veränderungen in Lebensräumen besser zu erfassen. Gerade bei Arten, deren Zahl zurückgeht, liefern viele einzelne Beobachtungen aus der Bevölkerung wichtige Hinweise.
Beobachtungen auch ohne Artenkenntnis möglich
Das Projekt richtet sich nicht nur an erfahrene Naturkundler. Auch Anfänger können Beobachtungen melden. Die gesammelten Daten fließen in wissenschaftliche Auswertungen ein und unterstützen Untersuchungen zu Artenvielfalt und Veränderungen in der Natur.
Gerade beim Rückgang von Insekten wie Wildbienen, Heuschrecken oder Tagfaltern sind flächendeckende Meldungen hilfreich. Staatliche Monitoringprogramme können große Flächen allein kaum vollständig abdecken.
Wer Beobachtungen dokumentiert, wird Teil eines bundesweiten Netzwerks der sogenannten Citizen Science. Die Daten helfen Forschenden, Entwicklungen in der Tier- und Pflanzenwelt frühzeitig zu erkennen.
Online-Kurse vermitteln Artenwissen
Auf der Plattform Naturgucker-Akademie stehen zusätzlich Online-Kurse zu Tieren, Pflanzen, Pilzen und Lebensräumen bereit. Dort lassen sich Artenkenntnisse auffrischen oder neu erlernen. Ergänzend gibt es regelmäßig digitale Vorträge zu verschiedenen Themen der Naturbeobachtung.
So entsteht aus vielen einzelnen Beobachtungen ein Datennetz, das Wissenschaftlern hilft, Veränderungen in der Natur besser einzuordnen.
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |