Neue Einschätzung aus Mainz: Viele Iraner laut Arzt deprimiert
- Viele Iraner seien deprimiert, sagt der Deutsch-Iraner Rahim Schmidt.
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Mainz. Viele Menschen iranischer Herkunft erleben nach Einschätzung eines Mediziners eine tiefe seelische Belastung. Darauf weist der deutsch iranische Arzt Rahim Schmidt in Mainz hin.
Viele Iraner seien stark desillusioniert und deprimiert. Das gelte sowohl für Menschen im Iran als auch für jene im Exil. Schmidt sagte dies der Deutschen Presse Agentur. Der 67-Jährige ist Vorsitzender des Vereins Armut und Gesundheit, der vom Sozialmediziner Gerhard Trabert gegründet wurde und sich besonders um obdachlose und sozial benachteiligte Menschen kümmert.
Viele hätten sich lange mit großem Engagement für Menschenrechte und Demokratie eingesetzt. „Aber ihr Schicksal ist zum Spielball der Geopolitik geworden“, sagte Schmidt. Zahlreiche Betroffene sähen derzeit keine greifbare Verbesserung ihrer Situation.
Viele Familien durch Exil getrennt
Schmidt kam 1978 zum Studium nach Deutschland und blieb. Seine erste Station war Marburg. Viele Iraner seien damals jung eingereist und im Exil alt geworden. Die Distanz zur Heimat belaste viele Menschen stark.
Besonders schmerzhaft sei die Trennung von Familien. Manche hätten ihre Angehörigen seit Jahrzehnten nicht gesehen. Abschiede von verstorbenen Verwandten seien oft nur über Telefon möglich gewesen. „Man nimmt irgendwie am Leben durch Telefon Abschied. Das schmerzt“, sagte Schmidt. Ganze Familien und Generationen seien dadurch traumatisiert und auseinandergerissen.
Aufruf gegen Resignation
Trotz der schwierigen Lage betont Schmidt auch Dankbarkeit gegenüber Deutschland. „Wir sind Deutschland sehr dankbar für all die Jahre.“ Gleichzeitig ruft er zu neuen Formen gesellschaftlichen Engagements auf.
Zivilgesellschaften weltweit müssten stärker zusammenarbeiten und auch digitale Möglichkeiten für Protest und Austausch nutzen. Ziel sei ein würdevolles Leben für heutige und kommende Generationen.
Schmidt rät außerdem, aktiv gegen Resignation vorzugehen. Ehrenamtliches Engagement und neue Tagesstrukturen könnten helfen, die eigene mentale Gesundheit zu stärken. Themen wie Einsamkeit bei jungen und älteren Menschen liegen ihm nach eigenen Angaben besonders am Herzen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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