Motorenaltöl kann Krebs verursachen: Diese Risiken werden oft unterschätzt
- Beim Umgang mit Motorenaltöl sind geeignete Schutzmaßnahmen wichtig.
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Motorenaltöl. Motoröl gehört in vielen Werkstätten und Betrieben zum Arbeitsalltag. Doch was häufig unterschätzt wird: Gebrauchtes Motorenaltöl ist kein harmloser Abfallstoff, sondern ein potenziell krebserzeugender Gefahrstoff. Darauf weist die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) hin.
Besonders beim Ölwechsel können Beschäftigte mit gesundheitsgefährdenden Stoffen in Kontakt kommen. Die Behörde appelliert deshalb an Unternehmen, geeignete Schutzmaßnahmen konsequent umzusetzen.
Warum Motorenaltöl gefährlich ist
Während des Verbrennungsprozesses im Motor entstehen sogenannte Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Diese lagern sich im Motoröl an und können beim Kontakt über die Haut oder durch Verschlucken – etwa über verunreinigte Lebensmittel oder Zigaretten – in den Körper gelangen.
Die Stoffe verteilen sich über den Blutkreislauf im Körper und können schwerwiegende gesundheitliche Folgen bis hin zu verschiedenen Krebserkrankungen verursachen.
Diese Schutzmaßnahmen sind vorgeschrieben
Die SGD Süd erinnert daran, dass Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet sind, ihre Beschäftigten zu schützen. Dazu gehören insbesondere:
- Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung
- Festlegung arbeitsmedizinischer Vorsorge
- Erstellung und Umsetzung einer Betriebsanweisung
- Regelmäßige Unterweisungen der Mitarbeitenden
- Bereitstellung geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (PSA)
- Aufstellung eines Hautschutzplans
- Bereitstellung geeigneter Hautschutzmittel
- Einsatz geeigneter Arbeitsmittel wie Ölauffangsysteme und Bindemittel
Häufige Fehler im Arbeitsalltag
Nach Angaben der SGD Süd treten beim Umgang mit Motorenaltöl in der Praxis weiterhin vermeidbare Fehler auf. Dazu zählen unter anderem:
- Falsche Schutzausrüstung: Teilweise werden ungeeignete Handschuhe wie Stoffhandschuhe verwendet. Diese bieten keinen ausreichenden Schutz vor Altöl.
- Unsachgemäße Reinigung von Arbeitskleidung: Verschmutzte Arbeitskleidung sollte nicht gemeinsam mit privater Kleidung gewaschen werden.
- Fehlerhafte Hautpflege: Nach Kontakt mit Altöl sollten die Hände gründlich mit Seife gereinigt und möglichst eingecremt werden. Von einer Reinigung mit Bremsenreiniger wird ausdrücklich abgeraten.
- Essen, Trinken und Rauchen am Arbeitsplatz: Ölreste an den Händen können über Lebensmittel oder Zigaretten unbemerkt aufgenommen werden.
Sensibilisierung der Beschäftigten wichtig
Die SGD Süd betont, dass viele Gesundheitsrisiken durch Aufklärung, geeignete Schutzmaßnahmen und klare Arbeitsabläufe vermieden werden können. Arbeitgeber seien deshalb gefordert, ihre Mitarbeitenden umfassend zu informieren und notwendige Schutzmaßnahmen konsequent umzusetzen.
Altöl fachgerecht entsorgen
Neben dem Gesundheitsschutz spielt auch die fachgerechte Entsorgung von Motorenaltöl eine wichtige Rolle. Motorenaltöl gilt als Gefahrstoff und darf nicht unsachgemäß entsorgt werden. Unternehmen sollten deshalb geeignete Behälter und Arbeitsmittel verwenden sowie auf eine sichere Sammlung und Entsorgung achten.
Weitere Informationen gibt es bei der SGD Süd per E-Mail an die Regionalstelle Mainz unter referat22@sgdsued.rlp.de sowie an die Regionalstelle Neustadt unter referat23@sgdsued.rlp.de.
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Autor:Eva Bender aus Neustadt/Weinstraße |
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