Moorschutz Vorteile: Wie Feuchtgebiete Wasser speichern und kühlen
- Symbolbild: Moore und Auen können bei Hitze und Trockenheit helfen, weil sie Wasser in der Landschaft speichern und lokal kühlen. Eine Einordnung mit Zahlen und Beispielen des Bundesumweltministeriums.
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Moorschutz Vorteile. Moore, Auen und Feuchtwiesen können bei Hitze und Trockenheit helfen, weil sie Wasser in der Landschaft halten und dadurch lokal abkühlen. Das ist vor allem dann spürbar, wenn Böden austrocknen und Wasser knapp wird.
Wer im Sommer niedrige Wasserstände, trockene Gärten oder aufgeheizte Orte erlebt, bekommt damit eine praktische Einordnung, warum der Zustand von Feuchtgebieten auch im Alltag relevant ist. Das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) beschreibt Moore und Auen als natürliche Wasserspeicher, die zugleich Lebensräume für viele Arten sind.
Ein wichtiger Hintergrund ist die internationale Ramsar-Konvention zum Schutz von Feuchtgebieten, die Deutschland seit 1976 mitträgt. In Deutschland sind nach Angaben des BMUKN derzeit 35 Ramsar-Gebiete ausgewiesen, zusammen rund 869.000 Hektar, das entspricht etwa der dreifachen Fläche des Saarlands.
Warum Feuchtgebiete bei Trockenheit und Hitze praktisch zählen
Feuchtgebiete erfüllen mehrere Funktionen, die sich auf die Widerstandsfähigkeit von Landschaften bei Extremwetter auswirken können. In der Einordnung des BMUKN sind besonders relevant:
- Wasser in der Fläche halten, statt es schnell abzuleiten. Das kann Wasserknappheit abmildern.
- Abkühlende Wirkung in der Umgebung, wenn ausreichend Wasser im System bleibt.
- Stabilere Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten, was Biodiversität stützt.
Deutschlandweite Zahlen und Beispiele aus Ramsar-Gebieten
Zu den ersten deutschen Ramsar-Gebieten zählen laut BMUKN sehr unterschiedliche Ökosysteme, darunter der Chiemsee, das Wollmatinger Ried am Bodensee, das Wattenmeer sowie Auen entlang von Elbe und Rhein. Als jüngstes deutsches Ramsar-Gebiet nennt das BMUKN die Rosenheimer Stammbeckenmoore im bayerischen Alpenvorland. International wird das Ziel der Konvention über ein Netzwerk von aktuell 2.528 Ramsar-Gebieten umgesetzt. Das umfasst nach BMUKN-Angaben rund 253 Millionen Hektar, das wird dort auch als fast 355 Millionen Fußballfelder veranschaulicht.
Wiedervernässung und Renaturierung: Was dahinter steckt
In Deutschland spielt laut BMUKN der Schutz naturnaher Moore und die Wiedervernässung degradierter Moore eine zentrale Rolle, weil damit Biodiversität und Klimaschutz zusammen betrachtet werden. Als besonders relevant nennt das BMUKN den Zustand der Moore in Deutschland, mehr als 90 Prozent gelten demnach als degradiert. Für die Umsetzung verweist das BMUKN unter anderem auf die nationale Moorschutzstrategie im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz, inklusive Wiederherstellung degradierter Moore und nasser Nutzung. Für Auen wird die Renaturierung als Priorität genannt, umgesetzt über das Bundesprogramm Blaues Band Deutschland.
Internationales Engagement: Wo Feuchtgebietsschutz auch Menschen schützt
Auch außerhalb Deutschlands fördert das BMUKN den Erhalt und die Wiederherstellung von Feuchtgebieten. Genannt werden 37 Projekte der Internationalen Klimaschutzinitiative mit insgesamt über 376 Millionen Euro.
Ein Beispiel ist das Vorhaben East Atlantic Flyway in elf Ländern entlang der westafrikanischen Küste. Dort sollen negative Folgen des Klimawandels auf kritische Feuchtgebiete reduziert werden, darunter Ramsar-Gebiete wie das Saloum Delta im Senegal, der Nationalpark Banc d’Arguin in Mauretanien und der Bijagos-Archipel in Guinea-Bissau. Diese Gebiete sind laut BMUKN nicht nur für Zugvögel wichtig, sondern liefern auch Ökosystemleistungen für Menschen vor Ort, etwa Nahrung, Wasser und Schutz vor Extremwetter. Zum Mitnehmen bleibt, dass Moorschutz und Auen-Renaturierung im Kern bedeutet, natürliche Wasserlandschaften zu stabilisieren, was bei Hitze und Trockenheit einen messbaren Alltagsnutzen haben kann.
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |