Modeschmuck kaufen: So sinkt das Risiko für Nickel und Cadmium
- Beim Kauf von Modeschmuck hilft ein Blick auf Kennzeichnung und Händler, um das Risiko für Nickel oder Cadmium zu senken.
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Modeschmuck kaufen. Wer beim Kauf auf Kennzeichnung, Händler und extrem niedrige Preise achtet, kann das Risiko senken, Schmuck mit Nickel, Cadmium oder bestimmten Weichmachern zu erwischen.
Ketten, Armbänder oder Ohrringe aus Modeschmuck sind beliebt, weil sie günstig sind und schnell gut aussehen, im Laden ebenso wie online. Nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin werden in der EU aber immer wieder Schmuckstücke auffällig, die Grenzwerte für problematische Stoffe überschreiten.
Als Orientierung dient das europäische Warnsystem Safety Gate. Dort tauchen laut Dr. Tobias Bleyer von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in den vergangenen Jahren jeweils über 100 belastete Schmuckprodukte pro Jahr auf. Auffällig sind vor allem Schwermetalle wie Cadmium oder Nickel. Manchmal werden auch Weichmacher in Kunststoffteilen wie Perlen oder Anhängern gefunden. Diese Stoffe werden bei der Herstellung eingesetzt, um Materialien formbarer zu machen oder Eigenschaften zu verbessern, in der EU gelten dafür klare Grenzwerte.
Welche Stoffe immer wieder auffallen und was das bedeutet
Die möglichen Folgen hängen vom jeweiligen Stoff ab. Nickel kann starke Kontaktallergien auslösen, besonders wenn Schmuck direkt auf der Haut getragen wird. Cadmium kann Nieren und Knochen schädigen und gilt als krebserregend. Auch bestimmte Weichmacher stehen im Verdacht, hormonähnlich zu wirken und die Fortpflanzung zu beeinträchtigen.
Woran sich beim Kauf ein niedrigeres Risiko erkennen lässt
Ein kompletter Schutz ist beim Blick von außen nicht möglich. Trotzdem lassen sich laut Einordnung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin typische Warnzeichen nutzen, um riskante Angebote eher zu vermeiden.
- Produktverantwortlicher in der EU: In der Europäischen Union muss auf vielen Produkten ein Produktverantwortlicher angegeben sein, also Hersteller, Bevollmächtigter oder Importeur mit Sitz in der EU. Fehlt diese Angabe, ist das häufig ein Hinweis auf geringe Vertrauenswürdigkeit und es fehlt ein klarer Ansprechpartner im Schadensfall.
- Sehr niedriger Preis: Besonders günstige Stücke fallen in Meldungen immer wieder auf, vor allem bei großen Mengen oder auffälligen Designs.
- Onlinekauf aus Nicht-EU-Ländern: In solchen Fällen greifen europäische Vorschriften und Kontrollen laut Dr. Tobias Bleyer nicht immer in gleicher Weise wie bei Produkten, die über etablierte Händler in der EU verkauft werden.
- Kinder als sensible Gruppe: Bei Kindern wird von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zu besonderer Zurückhaltung bei billigem Modeschmuck geraten, weil Schmuck häufig und direkt auf der Haut getragen wird.
In Meldungen wird als häufiges Herkunftsland China genannt. Das Herkunftsland lässt sich aber laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin nicht immer eindeutig feststellen, weil Kennzeichnungen teils unzureichend sind.
Wer sich zu aktuellen Rückrufen und Warnmeldungen informieren möchte, findet Übersichten online auf rueckrufe.de. Praktisch bleibt als Konsequenz, Modeschmuck eher bei seriösen EU-Händlern zu kaufen und die Kennzeichnung auf einen EU-Produktverantwortlichen zu prüfen.
Autor:Thorsten Kornmann aus Karlsruhe |