Mikromanagement im Job vermeiden: So wirkt Nachfragen fair
- Mikromanagement kann schnell übergriffig werden: Wer dazu neigt, sollte sein Verhalten reflektieren.
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Mikromanagement im Job. Wer im Job häufig nachhakt, kann Konflikte vermeiden, wenn der Anlass klar ist und Kolleginnen und Kollegen selbst entscheiden können, ob sie Hinweise annehmen.
In vielen Teams kontrollieren nicht nur Führungskräfte den Arbeitsstand. Auch gleichgestellte Beschäftigte fragen nach Fortschritten, wollen Details kennen oder mischen sich in Abläufe ein. Das kann einem Projekt helfen, wenn Informationen wirklich gebraucht werden. Es kann aber auch als übergriffig ankommen.
Nicht immer merken Betroffene selbst, dass ihr Verhalten andere belastet. Teamentwicklerin und Führungskräfte-Beraterin Evelyn Wurster ordnet für die dpa ein: «Auf jeden Fall sollte man die angesprochene Kritik annehmen und für sich reflektieren, warum man sich so verhält».
Kritik ist ein Signal für mehr Abstand
Wenn Kolleginnen und Kollegen Mikromanagement ansprechen, geht es zunächst um die Wirkung im Alltag. Eine nüchterne Prüfung hilft: Dient das Nachfragen wirklich dem Projekterfolg, oder steht die eigene Leistung im Vordergrund?
Auch die konkrete Situation zählt. Wer Informationen für einen wichtigen Kundentermin braucht, hat ein anderes Anliegen als jemand, der ohne Anlass jeden Zwischenschritt kontrolliert.
Diese Signale sprechen für Mikromanagement
- Arbeitsfortschritte werden abgefragt, obwohl keine Verantwortung für die Aufgabe besteht.
- Details sollen ständig bekannt sein, auch wenn sie für die eigene Arbeit kaum nötig sind.
- Hinweise werden gegeben, bevor Kolleginnen und Kollegen danach fragen.
- Ein Nein auf gut gemeinte Vorschläge wird nur schwer akzeptiert.
Nachfragen wirkt besser, wenn die Rolle klar ist
Wurster nennt als Möglichkeit, sich bewusst zurückzunehmen. Wer eine Idee hat, kann zuerst um Erlaubnis bitten: «Ich hätte eine Idee, wie du deine Arbeit effektiver gestalten könntest. Willst du die hören?» Bei einem Nein sollte die Antwort akzeptiert werden.
Eine zweite Möglichkeit ist Transparenz. Wer Informationen braucht, kann die eigene Absicht deutlich machen und etwa sagen: «Es kommt dir jetzt vielleicht übergriffig vor, dass ich schon wieder nach einem Update frage. Aber ich brauche diese Informationen zur Vorbereitung für den wichtigen Kundentermin nächste Woche.»
Im Arbeitsalltag macht oft nicht die einzelne Nachfrage den Unterschied, sondern ob Anlass, Zuständigkeit und Ton erkennbar sind. So bleibt Unterstützung eher hilfreich und wird seltener als Kontrolle verstanden. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |