Mieten, Essen, Ausbildung: Warum junge Menschen in Rheinland-Pfalz unter Druck geraten
- Armut in der Ausbildung sei längst kein Randthema mehr, sagt der DGB. (Symbolbild)
- Foto: Jan Woitas/dpa
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Rheinland-Pfalz. Für viele Auszubildende, Studierende und junge Menschen ohne abgeschlossene Ausbildung wird die Finanzierung des Alltags in Rheinland-Pfalz und im Saarland schwieriger. Der Deutsche Gewerkschaftsbund warnt in einem Dossier vor einem gestiegenen Armutsrisiko und fordert mehr Unterstützung bei Ausbildung, Wohnen, Mobilität und Rente.
Nach Einschätzung des DGB reicht vielen jungen Menschen das Geld am Monatsende nicht. Steigende Mieten, hohe Lebenshaltungskosten und zu niedrige Ausbildungsvergütungen machten den Alltag vieler Azubis und Studierender zur Belastung, heißt es in dem Dossier mit dem Titel „Jung, motiviert – und trotzdem broke?". Viele müssten neben Ausbildung oder Studium zusätzlich arbeiten und verzichteten auf Freizeit, Mobilität oder gesunde Ernährung.
DGB fordert mehr Geld und bessere Unterstützung
Der Gewerkschaftsbund sieht darin kein Randthema, sondern ein strukturelles Problem. Nötig seien höhere Ausbildungsvergütungen und mehr Ausbildungsplätze. Unternehmen sollten nach Ansicht des DGB weniger auf Zeugnisse schauen und stärker die Potenziale junger Menschen berücksichtigen.
Zu den Forderungen gehören mehrere konkrete Punkte:
- Höhere Ausbildungsvergütungen, damit der Lebensunterhalt besser gedeckt werden kann
- Mehr Ausbildungsplätze, auch für Jugendliche mit zusätzlichem Unterstützungsbedarf
- Ein Zukunftsfonds Ausbildung, der Betriebe bei höheren Ausbildungskosten entlasten soll
- Ein Azubi-Ticket für Rheinland-Pfalz, um Wege zur Berufsschule und zum Betrieb bezahlbarer zu machen
- Eine unbürokratischere Berufsausbildungsbeihilfe, die weniger stark vom Elternhaus abhängt
- Angepasste BAföG-Sätze, die sich stärker an den tatsächlichen Lebenshaltungskosten orientieren
Auch bezahlbarer Wohnraum steht im Fokus
Der DGB fordert außerdem eine Bauoffensive für mehr geförderten Wohnraum speziell für junge Menschen. Gerade die Probleme bei Bildung, Wohnen und Rente träten bei jungen Menschen besonders deutlich zutage, sagte DGB-Landeschefin Susanne Wingertszahn nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur.
Wichtig seien aus Sicht des Gewerkschaftsbunds zudem mehr Praktikumsangebote, damit der Einstieg in die Arbeitswelt leichter gelingt. In der Rentenpolitik müsse jungen Menschen mehr Sicherheit gegeben werden. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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