Menstruationsprodukte sicher nutzen: Was bei Tampon & Tasse gilt
- Vielfalt der Menstruationsprodukte: von Tampons über Menstruationstassen bis hin zu Periodenunterwäsche. Jede sollte das Produkt wählen, das am besten zu ihr passt.
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Menstruationsprodukte sicher nutzen. Tampons, Menstruationstassen oder Periodenunterwäsche gelten als praktisch und hygienisch. Rund um ihre Nutzung kursieren jedoch viele Halbwahrheiten, etwa zu Schadstoffen oder Gesundheitsrisiken. Der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte (BVF) hat zentrale Punkte zusammengefasst und eingeordnet.
Grundsätzlich gilt laut Verband: «Jede Frau und jedes Mädchen sollte das Periodenprodukt wählen, mit dem sie sich am wohlsten fühlt». Entscheidend sind vor allem Hygiene, regelmäßiges Wechseln und die richtige Reinigung wiederverwendbarer Produkte.
Toxisches Schocksyndrom kann bei mehreren Produkten auftreten
Das toxische Schocksyndrom (TSS) wird häufig nur mit Tampons in Verbindung gebracht. Tatsächlich kann die durch Bakterien ausgelöste Erkrankung auch bei anderen Menstruationsprodukten auftreten, etwa bei Menstruationstassen oder Menstruationsschwämmchen.
Typische Symptome sind plötzliches Fieber, Kopfschmerzen und ein starker Blutdruckabfall, der sich zum Beispiel durch Schwindel bemerkbar machen kann. Das Risiko lässt sich verringern, wenn Produkte regelmäßig gewechselt und nur mit gewaschenen Händen eingeführt werden. Wiederverwendbare Produkte sollten gründlich ausgespült und ausgekocht oder bei hoher Temperatur gewaschen werden.
Schadstoffe in Tampons gelten laut BfR als unwahrscheinlich
Berichte über mögliche Schadstoffe in Tampons sorgen immer wieder für Verunsicherung. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht jedoch derzeit kein relevantes Gesundheitsrisiko durch Schwermetalle oder Pestizide bei der Nutzung von Tampons.
Nach Einschätzung der Behörde sind gesundheitliche Beeinträchtigungen durch diese Stoffe bei normaler Verwendung nicht zu erwarten.
Menstruationstasse kann den Sitz einer Spirale beeinflussen
Menstruationstassen gelten als langlebige und vergleichsweise kosteneffiziente Alternative zu Einwegprodukten. Frauen, die zur Verhütung eine Spirale verwenden, sollten jedoch aufmerksam sein.
In seltenen Fällen kann das Saugprinzip der Tasse den Sitz der Spirale verändern oder sie lösen. Fachärztlicher Rat kann helfen, mögliche Risiken im Einzelfall einzuschätzen.
Bei Periodenunterwäsche lohnt ein Blick auf die Inhaltsstoffe
Mehrlagige Periodenslips gelten als praktische und wiederverwendbare Lösung. Einige Modelle enthalten allerdings Biozide wie Silberchlorid in der Saugschicht, die Gerüche reduzieren sollen.
Mögliche gesundheitliche Auswirkungen dieser Substanzen sind laut Experten noch nicht abschließend geklärt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt außerdem, Periodenunterwäsche bei 60 Grad zu waschen. Erst bei dieser Temperatur werden Bakterien zuverlässig abgetötet.
Naturschwämme gelten aus medizinischer Sicht als ungeeignet
Meeresschwämme werden gelegentlich als besonders nachhaltiges Menstruationsprodukt angeboten. Fachleute raten jedoch davon ab. Die stark poröse Struktur erschwert eine zuverlässige Reinigung, sodass Keime zurückbleiben können.
Wer eine Alternative zu klassischen Tampons sucht, kann laut Experten eher auf sogenannte Soft-Tampons zurückgreifen. Sie gelten im Vergleich zu Naturschwämmen als hygienischere Einmalvariante. Unterm Strich entscheidet vor allem die richtige Anwendung und Hygiene darüber, wie sicher ein Menstruationsprodukt im Alltag ist. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |