Mehr Zinsen statt Girokonto-Geld: So bleibt Erspartes mehr wert

Verbraucherschützer empfehlen, lediglich eine Notreserve von etwa drei Nettomonatsgehältern liquide zu halten und den Rest zum Beispiel auf ein Tagesgeldkonto zu verschieben.  | Foto: dpa
  • Verbraucherschützer empfehlen, lediglich eine Notreserve von etwa drei Nettomonatsgehältern liquide zu halten und den Rest zum Beispiel auf ein Tagesgeldkonto zu verschieben.
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Girokonto-Guthaben. Viel Geld dauerhaft auf dem Girokonto liegen zu lassen kann real Kaufkraft kosten. Der Grund ist einfach. Für Guthaben gibt es meist kaum Zinsen, während Preise weiter steigen.

Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Kreditvergleichsportals Smava zeigt, wie verbreitet das Problem ist. Jeder Achte in Deutschland gab an, mehr als 10.000 Euro auf dem Girokonto zu haben. Im Jahr zuvor war es etwa jeder Neunte.

Bei den meisten Konten wird das Guthaben nicht oder nur minimal verzinst. Liegt die Inflation wie zuletzt bei mehr als zwei Prozent pro Jahr, verliert das Geld auf dem Konto schleichend an Wert.

Große Guthaben auf dem Girokonto gelten als unpraktisch

Verbraucherschützer raten deshalb dazu, auf dem Girokonto nur Geld für laufende Ausgaben vorzuhalten. Dazu zählen etwa Miete, Strom, Lebensmittel oder Mobilität.

Als Reserve für unerwartete Ausgaben gilt meist ein Betrag von etwa drei Nettomonatsgehältern. Dieses Geld kann kurzfristig verfügbar bleiben, etwa für eine kaputte Waschmaschine oder eine Autoreparatur.

Auch diese Reserve muss jedoch nicht zwingend auf dem Girokonto liegen. Alternativen können ebenfalls jederzeit erreichbar sein.

  • Nur Geld für den monatlichen Zahlungsverkehr auf dem Girokonto lassen.
  • Eine Notreserve von etwa drei Nettomonatsgehältern bereithalten.
  • Größere Beträge möglichst verzinst anlegen.
  • Je nach Lebenssituation kann die Reserve auch etwas höher ausfallen.

Tagesgeld oder Sondertilgung können finanziell spürbar wirken

Schon kleinere Beträge können über mehrere Jahre einen Unterschied machen. Smava hat beispielhaft berechnet, wie sich 5.000 Euro entwickeln können, wenn sie nicht auf dem Girokonto liegen.

  • Bei einem Tagesgeldkonto mit 1,9 Prozent Zinsen pro Jahr entstehen nach fünf Jahren rund 500 Euro zusätzlich.
  • Bei einer Festgeldanlage mit 2,76 Prozent Zinsen wächst derselbe Betrag im gleichen Zeitraum um etwa 730 Euro.
  • Besonders stark kann der Effekt bei einer Sondertilgung eines laufenden Verbraucherkredits sein.

Laut Bundesbank liegen die Zinsen für solche Kredite derzeit im Schnitt bei etwa 8,62 Prozent pro Jahr. Wird damit eine Sondertilgung von 5.000 Euro geleistet, kann das über fünf Jahre gerechnet rund 2.120 Euro an Zinskosten sparen.

Für den Alltag bedeutet das. Größere Beträge dauerhaft unverzinst auf dem Girokonto zu lassen kann langfristig deutlich teurer sein als nötig. dpa/red

Autor:

Sarah Isele aus Mannheim-Nord

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